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GASTKOMMENTAR: Welche Vorteile die Arbeit für einen Starbanker birgt

Superstars

Jede erfolgreiche Investmentbank (und auch einige erfolglose) hat einen Banking-Superstar auf seiner Gehaltsliste. Bei ihm oder ihr handelt es sich um einen sehr profitablen Trader, einen M&A-Rainmaker oder um einen Research-Analysten mit der Gabe, die Branchentrends und das Marktverhalten treffend vorherzusagen.

Dabei habe ich aus dem einfachen Grund keine Sales-Leute erwähnt, weil alle oben genannten bis zu einem gewissen Grad über exzellente Sales-Kompetenzen verfügen. Diese stellen sogar eine unerlässliche Voraussetzung dar, auch wenn diese Kompetenzen wie z.B. im Falle eines Traders nur ein oder zweimal im Jahr bei Meetings zur Leistungsüberprüfung oder zur Strategieüberarbeitung zum Vorschein kommen, da diese über die Bonushöhe entscheiden.

Falls Sie Glück haben, geraten Sie an irgendeinem Punkt Ihrer Karriere in die Umlaufbahn einer dieser Spitzenkräfte. Auf die ein oder andere Weise können Sie von ihnen viel lernen. Und besonders für die jüngeren Banker ist das Lernen von ein paar Leuten, die für den Erfolg der Banken verantwortlich sind, mehr wert als Gold.

Daran wurde ich vor einigen Monaten erinnert, als sich die Nachricht verbreitete, dass Ian Hannam, eine der Schlüsselpersonen in JP Morgans M&A-Geschäft seinen Posten aufgab, um sich gegen die Anschuldigung des Marktmissbrauchs durch die britische Finanzaufsicht zu wehren.

Auf der Fortune’s Website findet sich ein interessantes Profil, das noch vor dem Skandal verfasst worden ist. Es kommt mir nicht zu, diese Nachricht zu kommentieren, obgleich ich mit dem Mann einige Kontakte hatte. Ich kann indes definitiv sagen, dass er ein guter Banker ist. Er ist klug, sehr gut in seinem Job und eine sehr charismatische Persönlichkeit. Hannam hat sicherlich riesige Summen an Provisionen für seine Bank verdient und ich bin sicher, dass sein Abgang eine riesige Lücke bei ihnen hinterlässt.

Ebenso wie für Hannam habe ich für ein oder zwei andere „Über-Banker“ in meinem Leben gearbeitet und die Vorteile aus dem Umgang mit ihnen geerntet. Es gibt sicherlich niemanden besseres, um das Geschäft zu lernen. Sie tauchen in ihren Nimbus von Erfolg und Ansehen ein. Doch worin besteht der Nachteil?

Es gibt nichts Sinnloses

Stören Sie sich nicht daran, tausende von Evaluierungsszenarien für ein Finanzmodell durchlaufen zu lassen oder ein 80seitiges Prospekt nach Grammatikfehlern zu durchsuchen, die Word nicht erkennen kann. Machen Sie es einfach und gewöhnen Sie sich daran, denn vielleicht handelt es sich für Ihren Vorgesetzten um den Deal seines Lebens (oder der Bank).

Verabschieden Sie sich von Ihrem Privatleben

Sie verbringen so viel Zeit in der Zusammenarbeit mit Ihrem Chef, dass sich Ihre Freunde und Familie zu fragen beginnen, ob sie nur noch Ersatzpartner sind. Sie müssen immer für Ihren Vorgesetzen erreichbar sein, wann immer es ihm beliebt. Manchmal geht es nur darum, eine kleine Formatierung auf einer PowerPointfolie zu beheben. So verhält es sich nun einmal.

Es ist tatsächlich so, als ob Sie mit ihnen eine Beziehung hätten

Nicht nur das. Vielmehr handelt es sich um die pflegeaufwendigste Beziehung, die Sie jemals erlebt haben. Praktisch bedeutet dies: Obgleich ein Job in Finance schon schwierig genug ist – mit langen Arbeitszeiten, Stress, den Umgang mit schwierigen Persönlichkeiten und ständig wachsenden Anforderungen – wird es noch härter. Doch der Vorteil besteht darin, dass Sie an einer Menge Deals mitarbeiten und dass Sie viel über die Verführung von Kunden lernen.

Im Grunde handelt es sich um einen Kompromiss. Spitzenbanker wissen, dass Sie viel lernen können, wenn Sie für sie arbeiten und daher werden sie Sie entsprechend auszuquetschen versuchen.

Der Autor hat nach seinem Studienabschluss lange Jahre im M&A-Geschäft einer Großbank gearbeitet.

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