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Credit Suisse will Kosten weiter drücken: Wie viele Stellen wegfallen, ist noch unklar

Credit Suisse

Mit einer vorgezogenen Veröffentlichung ihrer Zahlen für das zweite Quartal hat die Credit Suisse am heutigen Mittwoch (18. Juli) die Märkte überrascht. Die Credit Suisse will ihre Kapitalbasis um 15 Mrd. Franken steigern. Die Schweizerische Nationalbank, die vor rund einem Monat die schwache Kapitalbasis der Credit Suisse heftig kritisiert hatte, begrüßte unterdessen die Entscheidung.

Schlechte Überraschung bei den Kostensenkungen…

Die Credit Suisse scheint sich dabei zum Erfolg sparen zu wollen. Die im vergangenen Jahr angekündigte Senkung der jährlichen Kosten um 2 Mrd. Franken sei bereits Mitte 2012 erreicht worden. Jetzt will Credit Suisse-Chef Brady Dougan eine weitere Mrd. einsparen: „Kostenreduktion und Disziplin bei der Verwendung unseres Kapitals sind der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft. Wir haben unser Ziel, die Kostenbasis per Ende 2013 um CHF 2 Mrd. zu senken, bereits 18 Monate früher erreicht. Wir erhöhen das Ziel nun auf CHF 3 Mrd. Damit können wir unsere operative Flexibilität und Kosteneffizienz weiter verbessern, was uns auch den Übergang in die kapitalkostenintensive Welt von Basel 3 erleichtert.“

Welche Auswirkungen die zusätzlichen Einsparungen bis Ende 2013 auf das Personal haben werden, blieb unterdessen unklar. Bankchef Brady Dougan kündigte an, dass auch die Vergütung eine Rolle spielen könne. Credit Suisse-Verwaltungsratspräsident Urs Rohner sagte gegenüber dem Schweizer Radio, dass sich die Zahl der abzubauenden Stellen noch nicht genau beziffern lasse. Da bei dem abgearbeiteten Kostensenkungsprogramm über 2 Mrd. Franken, 2500 Arbeitsplätze weggefallen sind, müssten jetzt eigentlich 1250 Jobs auf dem Spiel stehen.

Vielleicht könnten es aber auch ein paar mehr sein, denn die Credit Suisse will dieses Mal den Rotstift im Back- und Middleoffice ansetzen. So will die Bank allein im Bereich „Shared Services“ rund 500 Mio. Franken einsparen. Dort sollen die IT-Entwicklungen auf die prioritären Geschäftsgebiete konzentriert und doppelte Arbeiten verringert werden. Weitere Effizienzsteigerung sollen durch die „Hebelung globaler Verteilungschancen“ erzielt werden, was wohl auf die Verlagerung von IT- und Backofficepositionen an günstigere Standorte hinauslaufen dürfte. So unterhält die Schweizer Großbank bereits einen großen Backofficestandort im polnischen Breslau.

Das Investmentbanking soll insgesamt 550 Mio. Franken zu den Einsparungen beitragen. Demnach solle das Advisory & Underwriting rationalisiert und die Zusammenarbeit von Länder-, Produkt- und Branchenteams gestrafft werden. Die ausführenden Ressourcen sollen weiter auf die Hubs in London und Hongkong konzentriert werden.

… und positive Überraschung bei den Geschäftszahlen

Bei dem Geschäftszahlen für das zweite Quartal gelang der Credit Suisse indes eine positive Überraschung. Der Konzern konnte von März bis Juni einen Gewinn vor Steuern 1,1 Mrd. Franken einstreichen, was sogar leicht über dem Vorjahreszeitraum lag. Das Gros entfiel abermals auf das Private Baking mit einem Vorsteuergewinn von 775 Mio. Franken. Das Investmentmentbanking generierte ein Vorsteuergewinn von 383 Mio. Franken und das Asset Management von 133 Mio. Franken.

Die Personalaufwendungen scheinen indes die Kosteneinsparungen noch nicht angemessen widerzuspiegeln. So beliefen sich die Personalausgaben im ersten Halbjahr im Private Banking auf 2,3 Mrd. Franken, was auf Vorjahresniveau liegt. Darin sind jedoch Ausgaben für das Mitarbeitervergütungsprogramm PAF2 von 67 Mio. Franken enthalten.

Für die Investmentbanker ließ die Credit Suisse indes 3,5 Mrd. Franken springen, was 9 Prozent weniger als im Vorjahr waren. Auch hier sind Kosten für das PAF2 von 418 Mio. Franken enthalten. Die Personalaufwendungen im Asset Management lagen mit 526 Mio. Franken ebenfalls auf Vorjahresniveau, wobei Ausgaben für das PAF2 von 46 Mio. Franken enthalten waren.

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