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EZB will 50 bis 60 neue Stellen schaffen: Sind die Arbeitsbedingungen wirklich so schlecht?

Die EZB in Frankfurt.

Die EZB in Frankfurt.

Die aktuellen Diskussionen um mehr Aufgaben für die Europäische Zentralbank (EZB) als neue Aufsichtsbehörde der Banken aus dem Euroraum nutzt die Gewerkschaft IPSO (International and European Public Services Organisation), um lauthals nach mehr Personal zu rufen. Laut Ipso-Chef Marius Mager bräuchte die EZB dringend 200 neue Mitarbeiter. Damit würde die derzeitige Beschäftigtenzahl immerhin um 12,4 Prozent steigen.

Dagegen wird intern von einer Aufstockung um 50 bis 60 Stellen gesprochen, was Gewerkschafter Mager als „Tropfen auf den heißen Stein“ bezeichnete. In der Tat hat sich die Mitarbeiterzahl trotz der Mehrbelastungen in der Eurokrise kaum erhöht. Beschäftigte die Zentralbank gemäß den Geschäftsberichten in 2010 auf Vollzeitbasis 1607 Mitarbeiter waren es in 2011 gerade einmal zwei mehr.

Laut einer IPSO-Umfrage, an der 715 Mitarbeiter teilnahmen, klagen mehr als 80 Prozent der Beschäftigten über hohe Arbeitsbelastung. Überstunden und Wochenendarbeit seien mittlerweile an der Tagesordnung. „Die EZB hat nicht genügend Personal, um ihre aktuellen Aufgaben zu erledigen. Von künftigen, immer wichtigeren Aufgaben ganz zu schweigen“, warnte Mager in einem Brief an den EZB-Präsidenten Mario Draghi. Allerdings sind lange Arbeitszeiten auch aus Geschäftsbanken zur Genüge bekannt.

Obgleich es sich bei der EZB um eine Behörde mit festgezurrten Gehaltsstrukturen handelt, scheint die Vergütung nicht allzu schlecht auszufallen. So kassieren Beschäftigte in der höchsten Gehaltsstufe L zwischen 192.800 bis 243.000 Euro. In den niedrigsten Gehaltsstufe A sind es indes magere 32.600 bis 37.600 Euro.

Dennoch können sich die Durchschnittsgehälter im Vergleich zu Geschäftsbanken durchaus sehen lassen. So weist der Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr einen Personalaufwand von gut 216 Mio. Euro für 1609 Beschäftigte aus. Somit ließ die EZB für jeden ihrer Beschäftigten durchschnittlich gut 134.000 Euro springen.

Während die EZB-Gewerkschafter über zu wenige neue Stellen klagen, ist bei der Bundesbank in den vergangenen zehn Jahren sogar kräftig der Rotstift gekreist. Noch im Jahr 2002 beschäftige die deutsche Zentralbank 14.346 Mitarbeiter; 2011 waren es gerade einmal noch 9560. Folglich sind innerhalb von weniger als zehn Jahren über 4700 Jobs weggefallen. Auch bei der Bezahlung zeigt sich die Bundesbank im Vergleich zur EZB knausriger. So ließ die Bundesbank in 2011 für jeden Beschäftigten durchschnittlich lediglich rund 64.000 Euro springen.

Die aktuelle Gehaltsstruktur der EZB

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