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Erst der Anfang? 1400 Stellen bei der Commerzbank akut bedroht

Foto: Julia Schwager, Commerzbank AG

Foto: Julia Schwager, Commerzbank AG

Angesichts der anhaltenden Staatsschuldenkrise überprüft die Commerzbank ihre Strategie. Als erstes Ergebnis will das teilverstaatlichte Institut sein Geschäft mit der gewerblichen Immobilienfinanzierung und der Schiffsfinanzierung dichtmachen, wie die Commerzbank jetzt mitteilte. Damit sind die etwa 1400 Arbeitsplätze in den beiden Einheiten akut bedroht. Laut einem Unternehmenssprecher sei bislang lediglich eine Grundsatzentscheidung gefallen. Details wie zum Stellenabbau müssten erst noch geklärt werden.

Doch der Kahlschlag in der gewerblichen Immobilien- und Schiffsfinanzierung scheint erst der Anfang zu sein. „Vor dem Hintergrund der anhaltenden Finanz- und Staatsschuldenkrise, deren Ende nicht absehbar ist, und des unsicheren regulatorischen Umfelds unterziehen wir im Rahmen unseres strategischen Planungsprozesses alle Geschäftsbereiche einer gründlichen Überprüfung“, sagte Commerzbankchef Martin Blessing.

„Im Zuge dieses Prozesses haben wir deshalb in einem ersten Schritt beschlossen, die ursprünglich für das neue Segment ‚Real Estate and Ship Finance‘ vorgesehenen Geschäftsfelder entweder über Zeit abzubauen oder in die Kernbank zu überführen“, ergänzte Blessing.

Zur Abwicklung werden die beiden Einheiten in die hauseigene Bad Bank „Non Core Assets“ eingebracht, was einer Beerdigung gleichkommt. Als Gründe für den Schritt führte die Bank die deutlich höheren Anforderungen an Liquidität und Eigenkapital im Zuge von Basel III sowie die „starken zyklischen Schwankungen im Ergebnis“ an.

Weitere Einsparungen dürften im Herbst bekanntgegeben werden. So kündigte das Institut an: „Die Commerzbank unterzieht im Rahmen des jährlichen strategischen Planungsprozesses derzeit alle Geschäftsbereiche einer Überprüfung. Die heute angekündigten Veränderungen sind eine erste Konsequenz daraus. Die Ergebnisse dieses Prozesses werden im Herbst vorgestellt.“

Der radikale Einschnitt könnte auch bedeuten, dass das Geschäft im zweiten Quartal sehr schlecht gelaufen ist. Bereits im ersten Quartal hatte sich das operative Ergebnis gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 584 Mio. Euro nahezu halbiert. Ende März beschäftigte das Unternehmen noch 57.133 Mitarbeiter. Weitere Details will die Bank bei der Vorlage ihrer Halbjahreszahlen am 9. August präsentieren.

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