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Report der Société Générale: Was Sie über die Zukunft des Investmentbankings wissen müssen

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Um die Zukunft des Investmentbankings dreht sich ein Report der französischen Großbank Société Générale, der von den Analysten Dirk Hoffman Becking und Sébastien Lemaire erstellt wurde. Ihre Prognosen fallen wenig rosig aus:

1. Die Vergütung wird innerhalb der Branche um weitere 29 Prozent sinken

Laut Hofman Becking und Lemaire fallen die aktuellen Bezüge im Investmentbanking im Vergleich zu den 100 zurückliegenden Jahren immer noch um 35 Prozent zu hoch aus. Besonders im Wertpapiergeschäft würden die Bezüge um 50 Prozent überhöht sein. „Eine 29prozentige Verringerung bei den Personalkosten ist möglich“, behaupten die Autoren.

2. Es wird einen weiteren beträchtlichen Stellenabbau geben

„Der Personalabbau beläuft sich bislang nur auf 7 Prozent, im Vergleich zu 19 Prozent in 1987 und 16 Prozent in 2001“, sagen die beiden Analysten. Im Vergleich zu früheren Abschwüngen wurden nach 2008 zu wenig Leute abgebaut und in 2010 zu viele wieder eingestellt.

3. Der Zyklus von Auf- und Abschwüngen im Investmentbanking scheint durchbrochen zu sein

„Zum ersten Mal seit 1998 liegen die Erträge in der Branche unterhalb des langfristigen Mittels von 10 bis 15 Prozent, aber der Zyklus scheint gebrochen und strukturelle Wachstumschancen (Euro DCM, Ausstieg von Wettbewerbern) erscheinen zu schwach, um sich durchzusetzen“, sagen Hoffman Becking und Lemaire.

Nach einem Abschwung wird eine Erholung der Investmentbanking-Erträge normalerweise von einem Aufschwung im Fixed Income-Geschäft angekündigt, da die Kredit-Spreads enger werden. „Wenn sich der Aufschwung verfestigt und sich in einen Boom verwandelt, dann übernehmen Aktien, M&A und ECM bei den Erträgen die Führung“, sagen die beiden Analysten. Doch dieses Mal sieht es anders aus: Es gibt einen Zurückgang bei der Bilanzsumme, die Staatsschuldenkrise verursacht Unsicherheit und alles korreliert derart miteinander, dass Diversifikation sinnlos ist und sich Risiko einstellt.

4. Unter diesen Umständen sollten Sie für die Deutsche Bank arbeiten

„Die Deutschen Bank ist aufgrund ihres breiten Produktmixes und ihrer Stärke in Debt Capital Markets am besten positioniert, um von dem spärlichen strukturellen Wachstumstreibern zu profitieren, während UBS und besonders Credit Suisse stark von der Rückkehr des Zyklus ausgebremst werden dürften“, heißt es weiter.

Die Deutsche Bank sei auch für den Kostenabbau gut positioniert. So würden sich die variablen Vergütungen beim deutschen Branchenprimus auf 40 Prozent belaufen, während es bei UBS und Credit Suisse lediglich 12 bzw. 10 Prozent seien. Mithin kann die Deutsche Bank ihre Kosten durch Kürzungen beim Bonus verringern – ohne gleich die Leute vor die Tür setzen zu müssen.

5. Dennoch lohnt sich ein Wechsel ins Private Banking kaum

Es wurde schon viel über den Arbeitsmarkt im Private Banking geschrieben. Allerdings dürfte dies kaum eine Alternative darstellen.

Die Margen im Private Banking sind unter Druck geraten, da die Kunden laut Hoffman Becking und  Lemaire derzeit Cash übergewichten. Das Wachstum hat sich in die Schwellenländer-Märkte mit geringen Margen verlagert, weg von dem einst margenstarken Schweizer Geschäft. Das Geschäft wird „stromlinienförmig“ ausgerichtet, indem sich die Banken zunehmend auf die ultrareiche Klientel konzentrieren.

6. Vor der Krise war das FICC-Geschäft ein Ertragsbringer – heute nicht mehr

Die Erträge werden sich auch langfristig nicht massiv erholen. Darauf müssen sich die Banken einstellen

„Nach unserer Sicht sollte die Branchenstrategie von Ertragsniveaus von nicht mehr als 10 bis 15 Prozent über dem aktuellen Niveau ausgehen und von einer Ziel-Leverage von 20 bis 25“, sagen Hoffman Becking und Lemaire. Falls die Banken eine Eigenkapitalrendite von 12 Prozent erreichen wollen, dann müssten die Kosten um weitere 26 Prozent verringert werden.

7. Die Vergütung hängt stark von der Regulierung ab. Da die Regulierung wächst, wird die Vergütung sinken

8. Die Bezahlung fällt bereits – außer bei Barclays Capital

Die Vergütungen fielen bei den Banken in der jüngsten Vergangenheit geringer aus, doch dies wurde aufgrund der aufgeschobenen Vergütungen aus den Vorjahren kaum wahrgenommen. Doch sobald dieser Effekt ausläuft, werden die effektiven Vergütungen rasch sinken. Eine Ausnahme von diesem Trend scheint Barclays Capital zu sein, wo die Last aufgeschobener Vergütungen derzeit anzusteigen scheint.

9. Die Banken haben das kapitalintensive FICC-Geschäft kaum zurückgefahren, sondern im Aktien-Geschäft gestrichen. Dafür gibt es auch einen Grund…

RBS und Unicredit haben sich aus dem Geschäft mit Aktien zurückgezogen und Calyon vom Geschäft mit Aktien-Derivaten. Obgleich es auch im Geschäft mit strukturierten Krediten einen Abbau gibt, hat sich aus diesem Geschäftsbereich niemand wirklich verabschiedet.

„Der Abbau eines FICC-Geschäfts stellt einen langen und komplexen Prozess dar, vor allem wegen der langen Laufzeit vieler (Derivate-) Positionen. Dennoch werden wir vollständige Ausstiege aus dem Geschäft sehen, wenn die Zeiten härter werden. Der wahrscheinliche Ablauf besteht darin, dass sich einige Banken sukzessive aus dem FICC-Geschäft zurückziehen werden“, ergänzen Hoffman Becking und Lemaire.

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