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Schlussbilanz der WestLB-Abwicklung: Jeder einzelne Mitarbeiter vernichtet 4,3 Mio. Euro

18 Mrd. Euro kostet die WestLB-Abwicklung insgesamt.

18 Mrd. Euro kostet die WestLB-Abwicklung insgesamt.

In zehn Tagen ist die WestLB Geschichte. Das Firmenschild wurde von der Düsseldorfer Zentrale schon einmal abmontiert. Damit ist die Zeit für eine Schlussabrechnung gekommen. So hat der NRW-Finanzminister Norbert Walter-Borjans (SPD) nachrechnen lassen, welche Kosten Steuerzahler und die öffentlich-rechtlichen Sparkassen letztendlich für die Abwicklung schultern müssen.

Dabei kommt das Finanzministerium auf die stolze Summe von 18 Mrd. Euro. Da die WestLB zu Jahresende noch 4188 Mitarbeiter beschäftigte, hat jeder der Angestellten rein rechnerisch fast 4,3 Mio. Euro vernichtet, die Land, Bund und die (steuerzahlereigenen) Sparkassen zu tragen haben. Bezogen auf eine Bevölkerung von 82 Mio. hat die WestLB jeden Bewohner Deutschlands durchschnittlich fast 220 Euro gekostet.

Zu den Kosten gehören neben den Milliardenspritzen und Garantien des Steuerzahlers auch die künftigen Pensionslasten der Mitarbeiter. Denn die WestLB hatte in der Vergangenheit die Beschäftigten mit beamtenähnlichen Verträgen versehen, für deren Kosten jetzt das Land Nordrhein-Westfalen geradestehen muss.

Von den zuletzt gut 4000 Arbeitsplätzen bleiben langfristig nur die 451 Stellen erhalten, die mit der Verbundbank in die Helaba eingegliedert werden. Viele der übrigen Mitarbeiter werden in die Abwicklungsgesellschaft Portigon überführt. „Ein Teil der Beschäftigten stellt bei Portigon Dienstleistungen zur Abwicklung von Portfolios und Verpflichtungen für die Erste Abwicklungsanstalt (EAA) sowie für die Verbundbank und möglicherweise für Dritte sicher“, hieß es aus dem NRW-Finanzministerium weiter.

Allerdings bietet auch Portigon keine wirklichen Zukunftsperspektiven für die Mitarbeiter. Denn bis 2016 muss die Gesellschaft aufgrund von EU-Auflagen verkauft oder abgewickelt werden. Da sich bislang nur wenig Käufer für WestLB-Bestandteile gefunden haben, dürften die Chancen auch für Portigon äußerst schlecht stehen. Dabei hat die EAA, als Badbank der WestLB in jüngster Zeit sogar Personal aufgebaut, wobei die Mitarbeiter sich jedoch kaum aus den WestLB-Beschäftigten rekrutieren.

Bis 2016 darf Portigon die Kleinigkeit von 4,2 Mrd. Euro vernichten.  Vom Finanzministerium heißt es hierzu wörtlich: „Die Portigon wird mit insgesamt 4,2 Mrd. Euro ausgestattet, die zur Verlustabdeckung zur Verfügung stehen.“ Dieser Betrag setzt sich wie folgt zusammen:

500 Mio. Euro Eigenkapital vom Land

500 Mio. Euro Eigenkapital von den Sparkassen

2 Mrd. Euro stille Einlage des Bundes

1 Mrd. zusätzliches Eigenkapital des Landes

200 Mio. stille Einlage des Landes

Trotz dieses Desasters gab sich NRW-Finanzminister Walter-Borjans mit dem Ergebnis der Abwicklungsverhandlungen zufrieden: „Das war eine schwere, aber erfolgreiche Geburt. Wir sind in den Verhandlungen an die Schmergrenze aller Beteiligten gegangen und haben auch kritische Phasen erlebt.“

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