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GASTKOMMENTAR: Wenn wieder einmal ein Headhunter anruft…

Bitte nicht abheben...

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Falls wieder einmal ein Headhunter mit dem Angebot für einen Traumjob bei Ihnen anruft, dann gebe ich Ihnen folgenden Rat: Wenn etwas zu gut scheint, um wahr zu sein, dann… Binsenweisheiten tendieren dazu, wahr zu sein.

Denn es gibt überhaupt keinen Grund, wieso für eine großartige Jobchance ein Recruiter benötigt werden sollte, um diese zu verkaufen und dafür auch noch Platzierungs-Honorare zu zahlen. Der einzige Grund, wieso sie oder er die Werbetrommel für einen vermeintlich fantastischen Job rühren, besteht darin, dass der Kunde gescheitert ist, den Job selbst zu besetzen. Nichts ist schlimmer als wenn Sie von Bord gehen, anderswo anheuern und feststellen, dass Ihr alter Job wesentlich besser gewesen ist. Dabei kann ein anständiger Job auf drei Punkte reduziert werden:

1. Eine Arbeit, an der Sie Spaß haben.

2. Mit Leuten zusammenzuarbeiten, die Sie tatsächlich jeden Tag ertragen können.

3. Eine anständige Bezahlung.

Falls Sie diese drei Punkte nicht abhaken können, dann lohnt sich dieser Job wahrscheinlich nicht. Doch die Arbeitgeber wissen ganz genau, dass wir alle danach suchen, und sie wissen ebenfalls ganz genau, dass sie wenigstens einen dieser Punkte nicht anbieten können. Vielleicht verfügt das Unternehmen nicht über das Geld, um seine Mitarbeiter angemessen zu bezahlen. Oder der Abteilungsleiter ist aus irgendeinem Grund unkündbar und gleichzeitig ist es unmöglich für ihn zu arbeiten, weil er z.B. an einer kleinen Persönlichkeitsstörung bzw. Zornausbrüchen leidet oder schlicht inkompetent ist.

Da HR weiß, dass es die Katze im Sack verkauft, versucht es die Rolle nicht durch Mund-zu-Mund-Propaganda zu besetzen. Schließlich würden Sie kaum einem Freund eine Stelle empfehlen, wenn diese schlimmer als der Tod ist?

Somit liegt der Schluss nahe, dass Suchaufträge nur extern vergebene werden, wenn die internen Möglichkeiten  – sprich Mund-zu-Mund-Propaganda – erschöpft sind. Denn sie werden nur bereit sein, 30 Prozent des Jahresgehaltes als Vermittlungsgebühr zu bezahlen, nachdem sie alles andere bereits versucht haben.

Falls also Ihr Telefon klingelt und sich ein Recruiter meldet und Ihnen vom Job Ihres Lebens erzählt, dann sollten Sie das mit Vorsicht genießen. Denn Sie können nahezu sicher sein, dass es zumindest bei einem der drei oben genannten Kriterien ernsthafte Mängel gibt.

Der Autor hat in verschiedenen Rollen im Asset Management gearbeitet und spricht aus Erfahrung. 

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