GASTKOMMENTAR: Bewährte und erprobte Methoden, um Arbeitslosigkeit in einer Investmentbank zu vermeiden

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Credit Suisse und Barclays haben mit ein paar Entlassungen bereits den Ball ins Spiel gebracht und weitere Schocks erscheinen wahrscheinlich, sofern sich in den kommenden Wochen nichts drastisch verändern sollte. Persönlich konnte ich es während meiner langen und illustren Karriere in der Londoner City vermeiden, entlassen zu werden. Dies lag teilweise an meiner beständigen Überperformance und teilweise an meiner angeborenen Gerissenheit. Es schaut so aus, als ob Ärger bevorstehen würde, wobei eine der folgenden Strategien Ihren Hals retten könnte:

1. Nervenzusammenbruch

Bei diesem klassischen Trick müssen Sie behaupten, dass Sie irgendeine Form von Zusammenbruch erlitten haben und dass Sie daher nicht für Irrtümer und Unterperformance verantwortlich gemacht werden können. Es kann schwer fallen, das durchzuziehen, wenn Sie keine der einschlägigen Symptome zeigen. Doch es wird die Personalabteilung auf Ihre Seite bringen und es macht eine Kündigung unwahrscheinlich.

2. Verpfeifen

Das Einreichen einer Beschwerde über völlig zusammenhanglose und unbedeutende Vergehen, die sie beobachtet haben, sollte sicherstellen, dass Ihr Arbeitgeber Sie nicht feuern kann, so lange die Anschuldigungen nicht eingehend überprüft worden sind. Dies kann eine extrem lange Zeit in Anspruch nehmen.

3. Sich zu outen

Wer kurz nach seinem Comingout (z.B. als Schwuler) eine Kündigung erhält, kann nach englischem Recht dagegen vorgehen. Ich erinnere mich, dass Morgan Grenfell's skrupelloser Fondsmanager Peter Young diesen Trick versucht hat, indem er 1999 vor Gericht in Frauenkleidung erschien (Obgleich er dies auf sich genommen hat, um eine Geschlechtsumwandlung zu erhalten, legt dies nahe, dass er tatsächlich unter einer psychischen Störung litt).

4. Die rassistische oder sexistische Karte

Der schlichte Hinweis, dass Sie am Arbeitsplatz rassistische oder sexistische Übergriffe erleiden mussten, macht Sie während jeder bevorstehenden Entlassungswelle unantastbar. Dennoch wird Ihnen das auf längere Sicht nicht gut tun.

5. Schwangerschaft

Bei diesem nur Frauen offenstehenden Trick handelt es sich womöglich um den unfehlbarsten von allen. Ja, Banken entlassen auch schwangere Frauen, doch das überlegen Sie sich lange und sehr gründlich. Eine vorgetäuschte Schwangerschaft muss nicht über den Dezember hinaus andauern; nicht alle Schwangerschaften sind erfolgreich.

6. Der Anonyme Alkoholiker-Trick

Falls Sie sich wegen Alkohol- oder Drogen-Missbrauchs in Schwierigkeiten befinden, dann stellen Sie sicher, dass die Personalabteilung vor Ihrem Treffen weiß, dass Sie sich in Behandlung befinden. Dies sollte sicherstellen, dass Sie sich auf wundersame Weise von einem heruntergekommenen Säufer oder Junkie zum Krankheitsopfer verwandeln.

7. Ein Trauerfall

Wenn Sie verbreiten, dass Sie einen Trauerfall, eine Scheidung oder das Ableben eines geliebten Haustiers verkraften müssen, dann erhalten Sie Sympathiepunkte. Banken sind nicht dafür bekannt, verständnisvoll zu sein, dennoch sind sie voller Menschen, die dies sind.

Keiner dieser Tricks ist für ängstliche geeignet - alle sollten nur nach eingehender Abwägung unternommen werden. Doch einige von ihnen könnten Ihren Job retten.

Geraint Anderson ist der Autor von "Cityboy - Geld, Sex und Drogen im Londoner Finanzdistrikt". Seine Website finden Sie hier.

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