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Ein zwingendes Argument, wieso Trader von der Deutschen Bank und der Credit Suisse in Zukunft geringere Boni erhalten sollten

Immer wenn wir die notorisch unbeliebten durchschnittlichen Personalausgaben pro Kopf bei Investmentbanken errechnen, dann stehen Goldman Sachs, Credit Suisse und Deutsche Bank üblicherweise an der Spitze.

Doch Credit Suisse und Deutsche Bank gelangen möglicherweise nur durch einen Taschenspielertrick dorthin. Das liegt nicht allein an der Art, wie sie ihre Mitarbeiterzahl berechnen (obgleich dies sicherlich von erheblicher Bedeutung im Fall der Deutschen Bank ist), sondern weil Credit Suisse und die Deutsche Bank die Höhe des eingegangenen Marktrisikos zu unterschätzen scheinen. Als Folge davon scheinen sie ihren Händlern zu viel zu zahlen.

Die JPMorgan-Analysten Kian Abouhossein und Delphine Lee haben die Handelserträge bei verschiedenen Investmentbanken untersucht und dies mit dem eingegangenen Marktrisiko verglichen. Dabei erweisen sich die Deutsche Bank und Credit Suisse als klare Ausreißer.

Bei der Credit Suisse belaufen sich beispielsweise die Handelserträge im Vergleich zu den risikogewichteten Assets (RWA) auf den Faktor 1,08. Bei der Deutschen Bank liegt dieser Wert bei 0,63, wobei Goldman Sachs und Morgan Stanley entsprechend bei 0,19 und 0,16 liegen.

Daraus schließen sie:

CS und DB erscheinen, als hätten sie eine ungewöhnlich hohe Profitabilität im Handel im Vergleich zum angegebenen Marktrisiko. Das legt nahe, dass sie entweder profitabler sind je eingegangener Risikoeinheit oder – was nach unserer Meinung wahrscheinlicher ist – das Marktrisiko herunterspielen. Andererseits scheinen Morgan Stanley und Goldman Sachs über höhere RWA zu verfügen im Vergleich zu ihren Handelserträgen, womit sie unter den gleichen Voraussetzungen ein konservativeres Reporting der RWA aufweisen..

Source: JPMorgan

Ein weiterer Beleg:

Die Folge scheint zu sein (obgleich Abouhossein und Lee hierzu nicht viel sagen), dass die Trader bei der Deutschen Bank und bei der Credit Suisse wahrscheinlich überbezahlt sind. Derzeit sollen die Bonuszahlungen stärker an das eingegangene Risiko und das eingesetzte Kapital gebunden werden. Daher verdienen Trader zu viel, wenn das Risiko heruntergespielt wird.

Somit scheint es an der Zeit zu sein, dass den Beschäftigten der Deutschen Bank und der Credit Suisse die Boni gekürzt werden (oder die Trader bei Goldman Sachs eine Bonuserhöhung erhalten.)

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