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Torpedieren Sparkassen die Teilübernahme der WestLB durch HSBC Trinkaus?

Die Übernahme von Teilen des Firmenkundengeschäfts der WestLB durch HSBC Trinkaus mit bis zu 600 Mitarbeitern steht offenbar kurz vor dem Aus. Die Tochter der englischen Großbank HSBC droht laut einem Bericht der Rheinischen Post damit, sich aus dem Bieterverfahren zurückzuziehen.

Hintergrund ist, dass HSBC Trinkaus nicht exklusiv die Bücher der WestLB prüfen kann, wie das in solchen Verfahren üblich ist. Vielmehr prüft auch die Frankfurter Helaba die Übernahme von Teilen der WestLB.

Bislang war lediglich bekannt geworden, dass die sogenannte Verbundbank aus der WestLB herausgelöst werden und in Sparkassenbesitz übergehen soll. Anschließend soll diese Verbundbank an die ebenfalls weitgehend sparkasseneigene Helaba angedockt werden. In der Verbundbank wäre nur das Geschäft mit kleineren Firmenkunden in der Größenordnung von bis zu 250 Mio. Euro enthalten.

An dem Geschäft mit größeren Unternehmenskunden der WestLB war bislang HSBC Trinkaus interessiert. Die Düsseldorfer HSBC-Tochter verfolgt in Deutschland eine Wachstumsstrategie und will im Firmenkundengeschäft zu den großen Playern auf dem deutschen Markt aufschließen. Somit zählte HSBC Trinkaus auch in den zurückliegenden Monaten zu den wenigen Instituten, die in Deutschland noch Personal aufbauten, weshalb die Mitarbeiterzahl im Frühjahr erstmals über 2500 Beschäftigte stieg.

Die Rheinische Post will aus dem Umkreis der WestLB erfahren haben, dass die Sparkassen es vorzögen, wenn Teile des Firmenkundengeschäfts der WestLB in die Bad Bank, die Erste Abwicklungsanstalt, übergehen würden und abgebaut würden, als dass dieser Geschäftsbereich in die Hände einer privaten Bank fiele. Damit wären hunderte von Arbeitsplätzen akut bedroht.

Die Sparkassen hatten bereits in der Vergangenheit erfolgreich verhindert, dass Institute aus dem öffentlichen Bankensektor in private Hände fielen. So hatten die Sparkassen in 2007 die stolze Summe 4,6 Mrd. Euro auf den Tisch geblättert, um die Landesbank Berlin zu übernehmen.

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