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Dresdner-Kleinwort-Banker prüfen Klage gegen Commerzbank wegen Boni

Der Commerzbank droht wegen der umstrittenen Bonuszahlungen bei der Tochtergesellschaft Dresdner Kleinwort ein teurer Rechtsstreit in London.

“Wir können bestätigen, dass wir im Auftrag für eine große Zahl von Dresdner-Kleinwort-Angestellten tätig ist”, sagte Daniel Naftalin, Partner und Arbeitsrechtsexperte bei der Kanzlei Mishon de Reya.

Insgesamt sollen rund 250 der 2.000 in London beschäftigten Mitarbeiter einen Gang vor die Gerichte anstreben, berichten britische Medien. Neben Mishon de Reya vertreten zwei Partner der Kanzlei Manches rund 130 Banker.

Zumindest ein Investmentbanker soll demnach einen Bonus von mehr als zehn Mio. Pfund (11,2 Mio. Euro) fordern. Andere pochten auf eine Prämie von mehr als eine Mio. Pfund. Die Gesamtforderung der Banker könnte sich auf 50 Mio. Euro belaufen.

Im Mittelpunkt eines Gerichtsverfahrens würde ein 400-Mio.-Euro-Topf stehen, den der damalige Eigentümer der Dresdner Bank, der Versicherungskonzern Allianz, seinen Investmentbankern bereits im August 2008 zugesagt hatte.

Auf diese Weise habe die Allianz – wie von der britischen Finanzaufsicht FSA empfohlen – den Abgang von zahlreichen Investmentbankern verhindern wollen, rechtfertigte sich der Allianz-Chef in einem Interview. Ziel sei die Stabilisierung des Instituts gewesen. Tatsächlich hat die Dresdner Bank der Münchener Assekuranz im vergangenen Jahr einen Verlust von mehr als sechs Mrd. Euro beschert.

Dem Vernehmen nach hat Dresdner Kleinwort seinen Londoner Bankern bereits im Dezember in Briefen über die zu erwartenden Boni informiert – versehen mit dem Hinweis, dass die Summe vorbehaltlich der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung (“material adverse change”) kalkuliert wurde.

Und tatsächlich hat die Commerzbank, die die Dresdner Bank bereits Anfang Januar und nicht wie ursprünglich geplant in der zweiten Jahreshälfte übernommen hat, angekündigt, nur die Boni zu zahlen, die in individuellen Arbeitsverträgen vereinbart wurden.

Kurz davor hatte Commerzbank-Chef Martin Blessing als erster Spitzenbanker mitgeteilt, dass ein defizitäres Unternehmen keine Gewinnbeteiligung ausschütten könne. Das Frankfurter Institut steht vor allem deshalb im Brennpunkt, weil die Übernahme der Dresdner Bank letztlich nur nach einer Kapitalspritze und Beteiligung des Steuerzahlers vollzogen werden konnte.

Die Dresdner-Bank-Investmentbankingsparte beschäftigt in der britischen Hauptstadt rund 2.000 Mitarbeiter. Während in der “City of London” ein Großteil der Investmentbanking-Finanzprodukte entwickelt wird, beschränkt sich die Rolle des Finanzplatzes Frankfurt vor allem auf den Bereich Marketing/Vertrieb für Institutionelle Kunden.

Die Commerzbank in Frankfurt war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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