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Kahlschlag beginnt: WestLB will bis Jahresende 1100 Mitarbeiter loswerden

Stolzer Auftritt, traurige Realität: die ehemalige WestLB in Düsseldorf.

Stolzer Auftritt, traurige Realität: die ehemalige WestLB in Düsseldorf.

Die Zeit drängt. Die WestLB darf nur noch bis Ende Juni Neugeschäft generieren und dennoch arbeiten noch 4188 für das abzuwickelnde Unternehmen, wie aus den am heutigen Mittwoch (21. März) vorgelegten Geschäftszahlen für 2011 hervorgeht. Trotz des vorhersehbaren Endes hat die Bank im abgelaufenen Jahr gerade einmal 285 Stellen gestrichen.

Doch jetzt will Bankchef Dietrich Voigtländer mit dem Kahlschlag bei der Landesbank ernst machen. Bis Jahresende sollen 1500 Mitarbeiter gehen, womit die Bank auf etwa 2700 Beschäftigte schrumpfen würde. Bis Ende 2016 sollen weitere 1700 Stellen wegfallen, womit dann in einer „Service- und Portfoliomanagement-Bank“ vorerst 1000 Stellen erhalten bleiben sollen – wie lange, ist unterdessen noch unklar.

Allerdings sind bei dem für 2012 avisierten Stellenabbau auch die 400 Mitarbeiter enthalten, die in der „Verbundbank“ von der WestLB abgelöst und in die Helaba integriert werden sollen. Unter dem Strich fallen also 1100 Stellen in 2012 weg. „Für einige marktnahe Bereiche wie Equity Markets und Research hat dieser Prozess bereits begonnen“, heißt es in einer Unternehmensmitteilung.

Wie Voigtländer dies anstellen will, bleibt indes unklar. Denn bis Jahresende hat die Geschäftsführung mit dem Betriebsrat einen Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen vereinbart. Folglich wird der WestLB nichts anderes übrig bleiben, als mit dicken Abfindungspaketen die Beschäftigten zu einer Vertragsauflösung zu animieren.

Wie nicht anders zu erwarten fielen die Geschäftszahlen des krisengeschüttelten Instituts bescheiden aus. Der Vorsteuergewinn belief sich in 2011 auf winzige 37 Mio. Euro, wobei die Landesbank im Vorjahr noch einen Vorsteuerverlust von 133 Mio. Euro verkraften musste. Nach Steuern verursachte die WestLB indes einen Verlust von 48 Mio. Euro.

Vor diesem Hintergrund zahlt die WestLB eigentlich noch prächtig. So sank der Personalaufwand lediglich um 5 Prozent auf 460 Mio. Euro. Für jeden Mitarbeiter wandte die Bank also durchschnittlich nahezu 110.000 Euro auf, womit die WestLB – wie schon in den Vorjahren – zu den bestzahlenden Banken in Deutschland zählt.

Der Verkauf von Geschäftsteilen scheint auch nach der gescheiterten Teilübernahme durch HSBC Trinkaus nicht gänzlich vom Tisch zu sein. So preist die WestLB weiter ihre Sparten an: „Die Bank behauptete in wichtigen Geschäftsfeldern ihre Marktposition und bestätigte bei Asset Based Finance-Transaktionen (Top 1), Schuldscheindarlehen (Top 3) und syndizierten Krediten (Top 10) ihre Rolle als bedeutender Unternehmensfinanzierer in Deutschland.“

Doch auch Headhunter vertreten die Auffassung, dass noch einige interessante Profile bei der WestLB beschäftigt sind. Um ungewollte Abwerbungen zu vermeiden, hat die WestLB Kernmitarbeitern kürzlich Halteprämien von bis zu einem Jahresgehalt versprochen.

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