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Branchen erklärt: Fondsmanagement und Investmentberatung

Hedge Funds

Bei der Fondsverwaltung dreht sich alles darum, das Geld anderer Leute zu investieren und dafür eine Provision zu bekommen – sei es von dem Menschen auf der Straße oder von institutionellen Investoren wie Pensionsfonds. Fondsmanager (auch als Assetmanager bekannt) unterscheiden sich in zwei Lager: „aktive“ und „passive“ Fondsmanager. „Aktive“ Fondsmanager nutzen ihre Fähigkeiten, um den Marktdurchschnitt zu schlagen und nehmen dabei oft höhere Risiken in Kauf, um höhere Renditen zu erzielen und das sogenannte „Alpha“ zu generieren.

„Passives“ Fondsmanagement – oder auch Indextracking genannt – zielt darauf, einen Index wie den DAX in Deutschland, den Eurostoxx 50 in Europa, den Dow Jones in den USA oder den Hang Seng in Hongkong möglichst exakt nachzubilden. So wird lediglich die Performance des Marktes abgebildet, was auch als „Beta“ generieren bekannt ist. Die Anzahl der Fondsmanager und  Fondsstrategien ist groß und kann verwirrend ausfallen. Daher nutzen Pensionsfondsverwalter (oft keine Finanzprofis) und andere Treuhänder die Hilfe von Investmentberatern, um ihre Investitionsziele zu erreichen.

Marktführer

Bei der Investmentberatung sind Towers Watson, Mercer, Hymans Robertson und Aon Hewitt namhafte Unternehmen.

Positionen und Karrierewege

Grundsätzlich geht es schlicht darum, die von der Gesellschaft verwalteten Gelder möglichst sinnvoll zu investieren. Die Mitarbeiter sind üblicherweise Analysten, die die besten Unternehmen und Produkte heraussuchen, oder Portfoliomanager, die verantwortlich für Investitionsentscheidungen in mehreren Fonds in ihrem Aufgabengebiet sind – seien es Aktien, Renten oder alternative Investments.

Sales-Mitarbeiter sorgen sich um Verkäufe, Marketing, Produktentwicklung und Kundendienst, und verkaufen sozusagen die Leistungen der Fondsmanager an die Kunden.

Absolventen beginnen in einer Fondsverwaltung als Research-Analysten, die eng mit den Portfoliomanagern zusammenarbeiten. Sie suchen Unternehmen auf, um deren Investitionspotenzial zu ermitteln und durchsieben Handelsinformationen und Jahresabschlüsse.

Wie bei den Investmentbanken gibt es bei Fondsverwaltungen eine Vielzahl von Jobs im sogenannten Middle-Office. Zum Beispiel: Compliance, Technik, Operations, Erfolgskontrolle und Risikomanagement. Die besser bezahlten Jobs finden Sie im Investmentbereich oder dem Vertrieb. Wenn Sie in der Investmentberatung arbeiten wollen, gibt es zwei Hauptbereiche – „Assetallokation“ und „Fondsauswahl“.

Die Mitarbeiter der Assetallokation beraten Kunden, ob sie in Aktien, Anleihen oder andere Finanzprodukte investieren sollen, damit sie Erträge erwirtschaften, um ggf. Pensionszusagen für die nächsten 30 Jahre zahlen zu können. Fondsselektoren analysieren Fondsmanager und befragen sie zu ihrer Investmentstrategie. Danach fertigen sie Berichte für Pensionsfonds über die Stärken und Schwächen dieser Unternehmen an.

Gehälter und Boni

Fondsmanager haben (noch) nicht denselben Druck erfahren, ihre Vergütungssystem ähnlich gründlich wie die Investmentbanker zu reformieren. In der Europäischen Union fallen sie nicht unter die neuen Regeln, die die Barauszahlungen von Boni beschränken. Daher sind die Zahlungsstrukturen größtenteils unverändert mit Schwerpunkt auf erfolgsabhängige Boni.

In Deutschland kommt man als Senior auf 140.000 Euro. In Großbritannien verdient ein Junior Portfoliomanager zwischen 9800 und 130.000 Dollar, die nach der Studie von Robert Walters als Senior auf 212.000 Dollar steigen. In der Regel betragen die Boni wenigstens 100 Prozent des Festgehalts, oft jedoch mehr. Nach den Daten von Greenwich Associates and Johnson Associates verdient ein Aktienportfoliomanager im Schnitt 850.000 Dollar, ein Anleihemanager zwischen 340.000 und 525.000 Dollar.

Gesuchte Fähigkeiten

Erwarten sie keine leichte Aufgabe als Fondsmanager: Vielmehr müssen Sie ein Könner darin sein, große Datenmengen zu filtern und eine Leidenschaft fürs Investieren mitbringen. Sie werden ebenfalls stark nach Ihrer Performance beurteilt:  Laut einem Fondsmanger gleicht sein Arbeitsalltag einem Studenten, der jeden Tag einen Test schreibt und anschließend seine Ergebnisse in der Zeitung nachlesen könne. „Herausragende Performance zu erzeugen, ist zwar notwendig, aber nicht genug,“ sagt Rosita Poon, HR-Chefin für den asiatisch-pazifischen Raum bei Allianz Global Investors.

„Wir wollen mehr bieten. Dazu kombinieren wir Managementfachwissen mit Kundenorientierung professioneller Dienste. Daher suchen wir neben den Standardanforderungen nach Bewerbern, die Integrität, Leidenschaft und Achtung im Umgang mit Kunden und untereinander mitbringen.“

„Bei den gefragten Softskills handelt es sich darum, in einem Team arbeiten und sich austauschen zu können, der Bereitschaft zu Spitzenleistungen, genauso wie nachweislich starke Kommunikationsfähigkeiten,“ sagt Jamie Brooks, Leiter der Investment Management Communications für BNY Mellon. „Kommunikation ist nicht nur für den internen Zusammenhalt eines Unternehmens erforderlich, sondern auch für die Entwicklung externer Bindungen.“

Investmentberater müssen die Ratschläge, die sie erteilen, oft auch umsetzen, räumt Paul Deane-Williams, Seniorberater bei Towers Watson, ein. Im Ergebnis werden die benötigten Fähigkeiten umfassender. Nicht nur gute Mathekenntnisse, sondern auch Kundenorientierung sind erforderlich. „Nicht jeder kann ein Berater an der Front sein, was starke zwischenmenschliche Kompetenzen verlangt. Doch mit dem Wachstum des Geschäfts entstand eine größere Vielfalt an Jobs – von analytisch geprägten über prozessorientierte bis hin zu Jobs in Compliance,“ meint Williams.

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