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Branchen erklärt: Compliance und Risikomanagement

Risk_Mangagement

Das Risikomanagement soll sicherstellen, dass das Unternehmen keine zu großen Risiken eingeht und auf der Jagd nach riesigen Gewinnen keine großen Verluste einfährt. Da nahezu jede Investmentbank während der Finanzkrise Milliardenbeträge abschreiben musste, ist der Schwerpunkt auf eine umsichtige Investitionsstrategie nie größer gewesen.

Während die Risikomanager versuchen, nachsichtiges Verhalten der Bankangestellten zu verhindern, das zu großen Verlusten führen kann, obliegt den Compliance-Mitarbeitern sicherzustellen, dass Banken innerhalb der geltenden Regularien und Gesetze handeln. Seit der Finanzkrise haben die Behörden ihre Krallen immer mehr gezeigt. Da die Behörden in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Ansätze verfolgten, sind immer mehr Stimmen laut geworden, die eine größere internationale Koordination der Finanzmarkt-Regulierung fordern.

In Großbritannien befindet sich das Regelwerk in einer Umbruchphase, in der die Bank of England mehr Verantwortung übernehmen wird und die Finanzmarktaufsichtsbehörde von der Financial Conduct Authority und der Prudential Regulatory Authority abgelöst wird. In den USA ist die SEC der Wachhund der Finanzmärkte. In Asien überwacht die Securities and Futures Commission Hongkong und in Singapur stehen die Märkte unter dem wachsamen Auge der Monetary Authority of Singapore. In Deutschland und der Schweiz sind dies die BaFin bzw. die Finma, wobei auch die Zentralbanken eine wichtige Rolle spielen.

Neben den nationalen Aufsichtsbehörden werden die europäischen Unternehmen zusätzlich von drei europäischen Aufsichtsbehörden für Banken in London, Versicherungen in Frankfurt und für Wertpapiere in Paris kontrolliert.

„Insgesamt ist es eine sehr herausfordernde Umgebung. Wir müssen flexibel sein und mit der sich ständig ändernden Regulierung, sowie den sich entwickelnden Produkten und Diensten mithalten,“ sagt ein COO einer US-amerikanischen Investmentbank in Asien.

Positionen und Karrierewege

Risikomanagement wird namentlich bei Investmentbanken in mehrere Bereiche unterschieden:

Marktrisiko

Darunter versteht man, dass mehrere Finanzprodukte (z.B. Aktien, Anleihen oder Rohstoffe) aufgrund externer Effekte oder Ereignisse wie beispielsweise steigender Ölpreise oder Terroranschläge im Wert fallen. Dies ist  auch als „Systemrisiko“ bekannt.

Kreditrisiko

Hierbei handelt es sich um das Risiko, dass ein Unternehmen oder eine Person zahlungsunfähig wird und somit seine Schulden nicht mehr zurückzahlen kann.

Betriebliches Risiko

Dies stellt das Risiko dar, dass eine Bank wegen interner Ursachen wie dem Ausfall der IT oder finanzieller Fehlentscheidungen Schaden erleidet. Wenn Sie bei einer Investmentbank als Trainee einsteigen, werden Sie wahrscheinlich durch mehrere dieser Risiko-Bereiche rotieren. Die Jobs in Compliance können bei Investmentbanken auch in verschiedene Kategorien untergliedert sein.

Sales and Trading Compliance

Bei der Zusammenarbeit von Sales- und Trading-Mitarbeitern der Bank muss sichergestellt werden, dass ihre Aktivitäten sich den Anforderungen der lokalen Behörden fügen. Compliance-Profis haben sich hierbei oft auf bestimmte Produktgruppen wie Aktien oder Derivate spezialisiert.

Control Room Compliance

Hierbei handelt es sich um Zentralfunktionen wie die Sperrliste oder die sogenannte Restricted List (der beschränke Zugang zu vertraulichen Informationen) und die Suche nach anormalen oder alarmierenden Handelsaktivitäten. Sollten bestimmte Mitarbeiter auf so eine solche Liste geraten, dann sorgt die Control Room Compliance dafür, dass diese gesperrt und beobachtet werden.

Monitoring and Surveillance

Überprüft unübliches Verhalten und Transaktionen, die betrügerische Absichten – wie beispielsweise Insidergeschäfte oder Marktmanipulation – erkennen lassen.

Geldwäscheschutz

Hält Geldwäsche auf (wo illegalen Finanztransaktionen ein legitimer Anschein gegeben wird ).

Gehälter und Boni

Da die Aufmerksamkeit für Risiko und Compliance gestiegen ist, wachsen viele Teams, was langsam zu steigenden Gehältern führt. Risikomanager und Compliance-Mitarbeiter, die Seite an Seite mit Sales-Leuten und Tradern arbeiten, verdienen regelmäßig am meisten. Beim Risikomanagement zählen hierzu die Marktrisikospezialisten.

Gesuchte Fähigkeiten

Gute Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz sind besonders erwünscht. Denn hier wird viel mit anderen Menschen und Geschäftsbereichen zusammengearbeitet.

„Für uns in Compliance ist es entscheidend, mit der Zielsetzung und dem Wortlaut der Regeln, die unser Geschäft bestimmen, vertraut zu sein und dabei stets höchste ethische Standards zu befolgen,“ sagt James Peters, Managing Director von Goldman Sachs’ IBD Compliance. „Wir suchen nach einfühlsamen und überzeugenden Leuten, die mit jedem Bereich in unserem Unternehmen konstruktiv zusammenarbeiten können, um unsere Reputation zu schützen, Risiken zu steuern und unser Geschäft voranzubringen.“

Beim Risikomanagement sind mathematische Fähigkeiten ein Muss. Ein Risikomanager einer großen Bank sagt: „Sie benötigen genauso gute Fähigkeiten in angewandter Mathematik und dem Verständnis für Differentialgleichungen wie auch beim Erstellen von Modellrechnungen. Wir suchen Leute, die das Problem aus dem Gewirr einer Geschäftsentscheidung heraus identifizieren, es formulieren und danach die Entscheidungsfindung verbessern können.“

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