☰ Menu eFinancialCareers

Recruitment in Luxemburg: Der Bewerber ist König

Die Beschäftigungsentwicklung im Finanzsektor in Luxemburg blieb 2006 sehr dynamisch. Eine aktuelle Gehaltsstudie zeigt: Die Personalfluktuation führte zu einem Anstieg der Gehälter um 8 bis 10%.

Seit 2004 entwickelt sich die Zahl der Beschäftigten im Luxemburger Bankgewerbe nach oben. Das Recruitment in der Fondsindustrie boomte auch im Jahr 2006, weil die Luxemburger Unternehmen zum einen ihre Teams ausbauten und zum anderen abwanderndes Personal ersetzen mussten.

Aufgrund dieser Recruitmentaktivitäten beobachteten die Experten der Personalberatung Robert Walters einen Bewerbermarkt. Da trotz einer Knappheit an geeigneten Bewerbern die Finanzunternehmen keine Kompromisse in Bezug auf ihr Personal eingehen wollten, überbot man sich gegenseitig. So stiegen die Gehälter im Durchschnitt um 8 bis 10% an, wie der “Salary Survey 2007” von Robert Walters zeigt.

Diese Gehaltssteigerungen lassen sich anhand der Gehälter einiger Positionen belegen: Ein Chief Financial Officer mit mehr als 10 Jahren Erfahrung beispielsweise erhielt im Jahr 2005 ein Grundgehalt von 100.000 bis 125.000€, 2006 waren es zwischen 125.000 und 165.000€. Ein erfahrener Fondsmanager konnte sein Gehalt auf 140.000€ und mehr steigern, während im Jahr zuvor die Gehälter für diese Position zwischen 90.000 und 120.000€ lagen.

In vielen Sektoren fehlte 2006 Personal, beispielsweise Fondsbuchhalter, Transfer Agents, Financial Reporting Officers und Settlement Officers, hierbei insbesondere solche mit 3 bis 5 Jahren Berufserfahrung und Führungsverantwortung. Für 2007 sieht die Personalberatung die größten Karrierechancen in den Sektoren Immobilienfondsmanagement, Private Equity und in Effektenbanken.

Die Unternehmen passen sich an diesen Bewerbermarkt an. “Die derzeitige Situation bringt die Unternehmen insbesondere dazu, vermehrt in die interne Weiterbildung zu investieren”, bemerkt Gwladys Costant, Managerin bei Robert Walters in Luxemburg. “Es geht dabei darum, die Angestellten auf verschiedenen Tätigkeitsfeldern voranzubringen. Diese Methode bietet zahlreichen Bankern neue Perspektiven, ihre Karrieren intern voranzutreiben.”

Diese Entwicklung könnte sich als nachhaltig herausstellen. “Es ist ein Teil eines Bemühens, der Käuflichkeit des Personals entgegenzuwirken”, erklärt Costant. “Unsere Kunden sind bemüht, ihre durch Personalfluktuation hervorgerufenen Ausgaben zu senken, indem sie ihr Personal an sich zu binden versuchen beispielsweise durch Weiterbildungen oder durch Pensionspläne.”

Kommentare (3)

Comments
  1. Selbst wenn Kenntnisse oder entsprechende Qualifikationen vorhanden sind, besteht weiterhin die Situation des Arbeitgebermarktes. Einmal aus beruflichen oder privaten Gründen das Berufsfeld gewechselt, einen gewissen Zeitraum überschritten, schon klingen die Rufe nach fehlenden Bewerbern höchst albern. Der Blick über den Tellerrand nach sehr wohl vorhandenem Personal wird kurzsichtigerweise gescheut. Was ist mit den Professionals, die wieder in ihr angestammtes Umfeld zurück wollen? Behandlung als Paria? Dies sind meine Erfahrungen.

  2. Die meisten Arbeitgeber haben die günstige Steuer- und Sozialabgaben Situation bereits in das Gehalt einkalkuliert; daher liegen die Gehälter häufig unter deutschem bzw. französischem Niveau. Auch wird es ab 45 Jahren nach wie vor sehr schwierig. Insoweit ist der Artikel bei weitem zu positiv.

  3. Ich kann mich nur anschließen an die beiden früheren Kommentare: Ab einem Alter von 45 oder sogar 50 Jahren wird es extrem schwierig, weil die Vorgesetzten hier eine gewisse Berührungsscheu haben: Wenn ich im Gespräch meinen vermeintlich neuen Vorgesetzten sehe und der ist noch keine 40 Jahre alt, weiß ich schon wie das Gespräch ausgehen wird … Warum sich jemanden ins Team holen, der evtl. zu einer Gefahr werden könnte. Eine andere Erklärung finde ich eigentlich nicht …

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier