Branchen erklärt: Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions)

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M&A

Der Sektor Mergers and Acquisitions (M&A) steht im Ruf, die Schokoladenseite des Investmentbankings zu sein, weshalb es  für Nachwuchskräfte schwierig sein kann, dort Fuß zu fassen. In Investmentbanken beraten M&A Teams ihre Kunden bei Fusionen (wo die Unternehmen als Gleiche aufeinandertreffen) und Übernahmen (wo ein Unternehmen das andere ganz oder teilweise übernimmt). Große Investmentbanken befassen sich nur mit Transaktionen, die mindestens 100 Millionen Euro umfassen. In der Spitze können die Transaktionen mehrere Milliarden Euro ausmachen. Eine Karriere im Bereich M&A benötigt ein beträchtliches Maß an Einsatz. Die M&A Banker beraten ihre Kunden in anstrengenden und entscheidenden Phasen des Unternehmens und müssen deswegen jederzeit erreichbar sein, wenn der Kunde sie benötigt. Neueinsteiger arbeiten lange und und müssen davon ausgehen, nötigenfalls auch nachts zu arbeiten. „M&A ist sehr zahlenlastig – Sie müssen zwar kein Volkswirt oder Mathematiker sein, aber quantitatives Verständnis mitbringen“, sagt Don Cornwell, Hauptgeschäftsführer der Abteilung Investmentbanking von Morgan Stanley.

Marktführer

Die großen amerikanischen Investmentbanken dominierten 2010 die Rangliste. Der am besten abschneidende europäische Marktteilnehmer war die Credit Suisse.

Positionen und Karrierewege

In M&A gibt es einen relativ geradlinigen Weg auf der Karriereleiter. Für die ersten drei Jahre beginnen Sie als Analyst, steigen zum Associate für weitere drei Jahre auf, dann zum Vice President, Director und Managing Director, obwohl die Jobbezeichnungen unterschiedlich ausfallen können. Innerhalb dieser Positionen haben Sie die Möglichkeit, sich auf Bereiche wie Konsum, Finanzen, Öl und Gas oder Medien und Telekommunikation zu spezialisieren. Je weiter Sie die Karriereleiter in M&A aufsteigen, desto öfter werden Sie persönlich mit Kunden zu tun haben. Als Einsteiger könnten Sie an Besprechungen mit erfahreneren  Kollegen teilnehmen, werden aber hauptsächlich mit komplexen Modellierungen und Research beschäftigt sein, um das sogenannte „Pitch Book“ zu erstellen –  dabei handelt es sich um Präsentationen, die den Kunden darlegen, wie Unternehmen übernommen oder Fusionen gestemmt werden können.

Als Analyst werden Ihre Hauptaufgaben auch die Arbeit an diesen Kundenpräsentationen hauptsächlich für Fusionen und Übernahmen, aber auch gelegentlich für Börsengänge sein. Vieles davon wird den Bau eines Finanzmodells, die Bewertung eines Unternehmens oder der Vergleich mit anderen beinhalten. Erst später werden Sie nicht mehr so viel mit der Zahlenverarbeitung zu tun haben. Der hauptsächliche Unterschied zwischen Analyst und Associate besteht darin, mehr Verantwortung für die Transaktionen oder Projekte zu übernehmen. Entsprechend steigt die Arbeitsbelastung.

Gehälter und Boni

Viele Banken haben den Anteil der Boni an den Vergütungen heruntergeschraubt, indem sie die Festgehälter erhöht und die Struktur variabler Zahlungen verändert haben. So wird ein größerer Teil der Boni heute zeitverzögert und aktienbasiert ausbezahlt. Dies wird in den angegebenen Tabellen bereits berücksichtigt.

Gesuchte Fähigkeiten

Neben dem Arbeiten mit komplexen Finanzmodellen zur Unternehmensbewertung und dem Zusammenstellen von Kundenpräsentationen sind mathematische und analytische Fähigkeiten essentiell. Fremdsprachen - um mit internationalen Kunden zu arbeiten - werden ebenso  wie Ausdauer und ein Blick fürs Detail geschätzt.

„Obwohl es nicht nötig ist, einen Hochschulabschluss in Finance oder Mathematik zu haben, wird von Ihnen erwartet, erstklassige analytische und numerische Fähigkeiten zu besitzen, die notwendig für Bewertungsaufgaben und Finanzmodellierung sind, was die Grundlage einer Kundenpräsentation sein kann“, sagt Jasper van Balen von der Royal Bank of Scotland in London. Viele Pflichten des Analysten sind auf das finanzielle Modellieren konzentriert, doch je länger Sie dabei sind, desto mehr müssen Sie diese technischen Fähigkeiten mit anderen Qualitäten kombinieren.

„Die besten M&A-Banker verfügen nicht nur über starke technische und Finanz- Kenntnisse, sie sind auch halbe Anwälte und Psychologen,“ sagt Jason Morris, Executive Director Südostasien M&A bei Nomura. „Diese Kombination vereint großes Wissen über die lokalen Regularien in dem jeweiligem Markt mit der Fähigkeit, eine allgemeine Strategie zu entwickeln, die auf der Dynamik, den Motivationen und kulturellen Hintergründen aller Aktionäre beruht. Ebenso bringt er intelligente Verhandlungsfähigkeiten mit, um das beste Ergebnis für den Kunden zu sichern.“

„Kundenorientierung, Moral und Teamorientierung sind entscheidend. Zusammengesetzte Teams mit unterschiedlichen Erfahrungen und Hintergründen helfen uns, den Kunden besser zu betreuen,“ ergänzt Celine Desaedeleer, Executive Director im Investmentbanking von Goldman Sachs.

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