Ernst & Young: Deutsche Banken sehen für den Arbeitsmarkt besonders schwarz

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Die Deutschen haben ihren Ruf als Europameister des Pessimismus ein weiteres Mal erfolgreich verteidigt. Laut einer Umfrage des Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmens Ernst & Young unter 500 Banken in Europa sehen die Institute hierzulande für die Zukunft schwärzer als die Kollegen in fast allen anderen europäischen Ländern.

Dies stellte auch die Mitverfasser der Studie vor ein gewisses Rätsel. „Deutsche sind von der Grundstimmung etwas morbider als die Südländer mit ihrem sonnigen Gemüt“, spottete Dirk Müller-Tronnier von Ernst & Young am heutigen Montag (27. Februar). „Ich bin sicher, dass die deutschen Banken insgesamt stabiler sind als in vielen anderen Ländern“, ergänzte der Experte.

Laut der Studie rechnen 86 Prozent der deutschen Teilnehmer für die kommenden sechs Monate mit einer „sehr schlechten“ oder „eher schlechten“ Geschäftsentwicklung. Die Stimmung fiel lediglich in Österreich mit 96 Prozent mieser aus.

Ganz anders in Polen: Dort rechnen 50 Prozent mit einer „sehr guten“ Entwicklung und nur 50 Prozent mit einer schlechten Entwicklung. Auf dem zweiten Platz der Optimisten landeten ausgerechnet die von der Finanzkrise schwer getroffenen spanischen Banken. Dort rechnen nur 65 Prozent mit einer schlechten wirtschaftlichen Situation der Banken, während 36 Prozent die nähere Zukunft als „sehr gut“ einschätzten.

[caption id="attachment_84939" align="alignleft" width="607" caption="Quelle: Ernst & Young"][/caption]

Der deutsche Pessimismus scheint auch auf die Einstellungspolitik durchzuschlagen. So wollen in Frankreich immerhin 38 Prozent der Banken ihre Mitarbeiterzahl aufstocken und nur 6 Prozent senken. In Großbritannien belaufen sich diese Werte auf 36 und 12 Prozent. In Deutschland wollen indes nur 12 Prozent der Institute zusätzliche Mitarbeiter anheuern, während bei 23 Prozent der Rotstift kreisen soll.

Besonders interessant ist, wo die deutschen Institute in den kommenden Monaten ihre Chancen sehen. So schätzen 93 Prozent der Banken die Perspektiven im Firmenkundengeschäft als „gut“ oder „eher gut“ ein sowie 90 Prozent im Retailgeschäft.

[caption id="attachment_84940" align="alignleft" width="602" caption="Quelle: Ernst & Young"][/caption]

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