TREND: Trotz besserer Lage bauen Banken weiter Personal ab

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Die deutschen Banken wollen trotz gebesserter Geschäftslage die Kosten weiter senken und Stellen streichen. Das hat Ernst & Young in einer Umfrage unter 120 Banken herausgefunden.

71 Prozent der Befragten erleben gerade Kostensenkungsmaßnahmen: 21 Prozent der Banken wollen die Zahl der Mitarbeiter reduzieren, aber nur 11 Prozent wollen einstellen. Dabei dürften die Großbanken vom Beschäftigungsabbau besonders betroffen sein.

Trotz Wirtschaftskrise bezeichnen 90 Prozent der Banken ihre Geschäftslage als gut oder eher gut - Ende 2008 lag der Anteil nur bei 78 Prozent. Zudem haben die Führungskräfte ihre Erwartungen an die kurzfristige Geschäftsentwicklung wieder deutlich nach oben korrigiert: Der Anteil der Optimisten, die eine positive Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr erwarten, ist auf 86 von 67 gestiegen.

Für einige Unternehmen wird es zukünftig schwieriger werden, einen Kredit zu erhalten: 57 Prozent der Bankmanager meinen, dass die Kreditvergabe an Unternehmen künftig restriktiver gehandhabt wird. Nur sieben Prozent der befragten Institute erwarten für die kommenden sechs Monate eine weniger restriktive Kreditvergabepolitik.

"Angesichts der zunehmenden Zahl von Insolvenzen und der schlechten Konjunkturentwicklung steigt das Risikobewusstsein der Banken weiter, was sich in intensiveren Kreditwürdigkeitsprüfungen, insbesondere bei lang laufenden, großvolumigen und stark gehebelten Finanzierungen, niederschlägt", so Dirk Müller-Tronnier, Head Banking bei Ernst & Young.

Mit dem Aufbau neuer Geschäftsbereiche beschäftigen sich derzeit nur acht Prozent der Institute, die Erschließung neuer Auslandsmärkte steht sogar nur bei fünf Prozent im Mittelpunkt. Die Entwicklung neuer Produkte verfolgt nur jede vierte Bank.

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