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Comeback der Versicherungen

Gastkommentar: Andreas Christl von TALENTspy über den aktuellen Personalaufbau bei Versicherungen.

Es gab eine Zeit, da konnten die Versicherungsgesellschaften in Deutschland nicht viel falsch machen, sagt Andreas Christl von TALENTspy. In diesem Gastkomentar spricht er über den aktuellen Personalaufbau bei Versicherungen und darüber, wie sich die Branche verändert hat. Die Vertretungen des Branchenführers Allianz beispielsweise gehörten zum Ortsbild wie die Kirche. Die Karrieremöglichkeiten waren vielfältig, sicher und attraktiv. Gefragt war überwiegend der loyale Manager-Traditionalist.

Diese goldene Ära der Versicherungen ging spätestens um die Jahrtausendwende jäh zu Ende. Steigende Kundenanforderungen, hohe Kosten, die damalige Krise an den Finanzmärkten und der Wettbewerb durch Direktversicherer sowie ausländische Gesellschaften gelten gemeinhin als Gründe. Die Folge waren Reorganisationen mit den üblichen Instrumenten, also Personalabbau.

Das Jahr 2008 markiert aus zwei Gründen eine Wende: Erstens verdienen die Gesellschaften wieder gutes Geld und stellen erstmals seit 2002 mehr Personal ein als sie abbauen. Zweitens müssen die Versicherungsgesellschaften regulatorische Themen umsetzen, welche die Finanzdienstleister schon hinter sich haben. Meiner Ansicht nach liegen auf diesem Gebiet die spannendsten Karrieremöglichkeiten.

Solvency II-Experten kommen zum Zug

Besonders gefragt sind Experten zu Solvency II, Risikomanagement und Prozessen. Daneben stehen auch Spezialisten für Rechnungslegung nach IFRS, Produktentwickler und Aktuare hoch im Kurs.

Blicken wir zuerst auf Solvency II, das schon länger durch die Medien geistert. Es hat erst jetzt Traktion in den Unternehmen entwickelt. Seit Anfang des Jahres sind die Suchaufträge für Solvency II-Spezialisten sprunghaft angestiegen. Man spürt deutlich den Druck, sich mit diesem Thema endlich real, sozusagen mit Namen und Köpfen, auseinander zu setzen.

Ähnlich ist es beim Risikomanagement. Das neue Versicherungsaufsichtsgesetz führt dazu, dass Risikomanagement künftig umfassender und pro-aktiver betrieben werden muss. Vereinfacht gesprochen gilt der hohe Standard aus der Finanzwirtschaft jetzt auch für Versicherungen.

Risiken erkennen und behandeln

Zukünftig müssen nicht nur versicherungstechnische, sondern auch finanzwirtschaftliche, strategische und operative Risiken erkannt und behandelt werden. Darüber hinaus wird ein organisatorischer Rahmen benötigt, um diese Geschäftsabläufe effektiv zu überwachen. Hierfür – und an dieser Stelle schließt sich der Kreis – werden Prozessspezialisten gesucht.

Es bleibt noch zu klären, welcher Kandidatentyp gesucht wird. Personalabteilungen achten neben der fachlichen Eignung stark auf die Persönlichkeit. Gefragt sind Köpfe, die eine Affinität für Wandel, Erneuerung, gutes Analysevermögen und Umsetzungsfähigkeit mitbringen.

Man darf nicht vergessen, dass die regulatorischen Veränderungen eine gewaltige Herausforderung darstellen. Dafür benötigen die Unternehmen weniger den loyalen Traditionalisten als vielmehr versierte Fach- und Führungskräfte, die etwas bewegen können und wollen. Auf den Punkt gebracht: So stelle ich mir ein Comeback vor!

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