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BaFin braucht neues Personal

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat derzeit alle Hände voll zu tun, mit Sonderprüfungen bei krisengebeutelten Instituten wie NordLB und IKB, zuletzt die Schließung der Weserbank. Hinzu kommen ständig neue Richtlinien für Banken und Versicherungen, die mit Leben gefüllt werden wollen. Wer soll das alles schaffen?

Die Vielzahl an Aufgaben belastet die 1.650 BaFin-Mitarbeiter in Bonn und Frankfurt. Gebraucht werden eigentlich mehr, wie Personalrat und Behördenleitung einhellig meinen. Doch das letzte Wort in allen Budgetfragen hat der Verwaltungsrat – und dieser verweigerte jüngst die Bewilligung von dringend benötigten Stellen.

Hinzu kommt mangelnde Attraktivität als Arbeitgeber. “Wir sind der Auffassung, dass die BaFin in naher Zukunft große Schwierigkeiten haben wird, das vorhandene qualifizierte Personal zu halten beziehungsweise neues zu gewinnen”, warnte der Personalratsvorsitzende Hans-Jürgen Riehm in einem vom Handelsblatt zitierten Schreiben im November.

Neugestaltung

Die zwischenzeitlich erfolgten strukturellen Änderungen an der BaFin-Spitze sowie die Neugestaltung der gemeinsam mit der Bundesbank durchzuführenden Bankenaufsicht hat nach Ansicht von Otto Bernhardt, finanzpolitischer Sprecher der CDU, zu einer Entspannung beigetragen.

“Dies ändert allerdings nichts daran, dass es insbesondere für die BaFin nach wie vor nicht einfach ist, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen in einem Umfeld, in dem die privaten Banken deutlich höhere Gehälter zahlen und zahlen können”, erklärt Bernhardt.

So sind BaFin-Mitarbeiter, speziell der in Frankfurt sitzenden Wertpapieraufsicht, empfänglich für Lockrufe der Privatwirtschaft: “Es sind zum Beispiel einige Kollegen aus der Prospektprüfung zu Emittenten gewechselt”, bestätigt Dr. Sabine Reimer, Pressesprecherin der BaFin, Abwerbungen aus der privaten Finanzwirtschaft. “Außerhalb des öffentlichen Dienstes werden höhere Gehälter gezahlt, was manchen jüngeren Kollegen lockt.”

Sichere Arbeitsplätze

Die entstehenden Lücken müssen gefüllt werden. Insbesondere Wirtschaftswissenschaftler und Juristen sind für die akademischen Laufbahnen gesucht. Punkten kann die Behörde als Arbeitgeber dabei insbesondere mit der Sicherheit der Arbeitsplätze, die in der Regel durch eine automatische Verbeamtung schnell erreicht wird. “Teilzeittätigkeiten und ähnliche Modelle sind im Öffentlichen Dienst eher möglich als in der Privatwirtschaft”, spielt Dr. Reimer auf den Trend zu Work-Life-Balance an.

Trotz solcher Vorteile: “Nach wie vor sind eine Reihe wichtiger Positionen bei der BaFin nicht besetzt, weil es nicht gelungen ist Bewerber zu gewinnen, die den hohen Anforderungen der BaFin gerecht werden”, weiß Bernhardt.

Zunehmende Forderungen aus Politik und Wirtschaft nach einer stärkeren Finanzaufsicht machen Hoffnung auf ein weiter wachsendes Stellenangebot im Bereich Finanzaufsicht. Vorreiter ist etwa Großbritannien, wo die Finanzaufsicht FSA rund 100 zusätzliche Mitarbeiter einstellen will. Finanzminister Peer Steinbrück schließt zudem langfristig die Bildung einer europäischen Finanzaufsichtsbehörde nicht aus – und auch die bräuchte Finanzprofis, die für sie arbeiten.

Kommentare (2)

Comments
  1. “Work-life-Balance” – sonst fällt denen nichts ein? Auch mit dem nettesten Modewort machen Behörden die krassen Geahltsunterschiede und fehlenden Karrierechnacen nicht wett.

  2. Werft einen Blick in den Tarifvertrag – wer will das schon?

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