Wie Sie ein Feedback aus Ihrem Recruiter herausquetschen

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Als wir das letzte Mal etwas über das Herausquetschen von Feedbacks aus Ihrem Recruiter geschrieben haben, sind über 100 Kommentare eingegangen.

Damals haben wird argumentiert, dass jemand den Punkt verfehlt hat, wenn er erwartet, automatisch ein Feedback von seinem Recruiter zu erhalten.

Obgleich ein Feedback offenkundig ein heikles Thema ist, zeigen wir Ihnen, wie Sie eines erhalten - falls Sie das tatsächlich wünschen.

1) Bewerben Sie sich auf Stellen, bei denen Ihr Lebenslauf möglichst mit der Stellenbeschreibung übereinstimmt

Die meisten Recruiter ertrinken in einer Vielzahl von Lebensläufen - und die meisten davon sind völlig irrelevant.

"Ich habe heute Morgen um 7.30 Uhr mit der Arbeit angefangen und schon habe ich 160 Lebensläufe vorgefunden", sagt ein Recruiter. "Davon habe ich 155 gleich wieder zurückgeschickt."

"Die meisten Bewerber sind so weit von dem entfernt, was ich will, dass es einen umhaut", ergänzt er. "Beispielsweise habe ich eine Anzeige für eine auf Aktien spezialisierte Stelle aufgegeben, für die jemand in Frage kommt, der bei einer Spitzen-Investmentbank im Bereich Leveraged Finance oder M&A gearbeitet hat. Nur zehn von 100 Bewerbungen stammten von Bewerben mit irgendeiner Form von Bankerfahrung."

Andere Recruiter berichten von gleichgelagerten Fällen. "Gestern habe ich 1039 Emails erhalten", sagt einer. "Wenn irgendeiner die Voraussetzungen für einen Job mitbringt, für den ich Anzeigen geschaltet habe, mit dem werde ich mich auch in Verbindung setzen. Doch ich werde mich mit niemanden in Verbindung setzen, der sich für eine Stelle mit finanzmathematischem Background bewirbt und nur über einen Bachelor in Marketing verfügt."

Wenn Recruiter ihren Lebenslauf ablehnen, dann werden sie Ihnen eine Standardantwort zusenden. In einigen Fällen zählen Sie schon zu den Glücklichen, wenn Sie so etwas überhaupt erhalten. Erwarten Sie bloß nicht mehr.

2) Schaffen Sie es bis ins Vorstellungsgespräch

Falls Sie ein detaillierteres Feedback wünschen, dann müssen Sie es im Bewerbungsprozess eine Station weiter schaffen.

"Es gibt ein gewisses Niveau an Professionalität, das vorausgesetzt wird", sagt der Chef eines Finanzdienstleistungs-Headhunters. "Wenn jemand zu einem Vorstellungsgespräch geht und nicht zu einem zweiten Gespräch eingeladen wird, dann müssen Sie ihm mitteilen wieso."

Die Sache wird kompliziert, wenn Kunden (wie z.B. Banken, Hedgefonds, Private Equity-Fonds oder normale Fonds) einem Recruiter kein Feedback geben, wenn ein Vorstellungsgespräch stattgefunden hat.

Leider ist dies recht weit verbreitet.

"Oftmals sagt ein Kunde lediglich, dass ein Bewerber nicht gut gepasst habe", sagt ein Recruiter. "In 2008 und 2009 haben viele Kunden um ihr Überleben gekämpft. Das letzte, um das sie sich kümmerten, waren Feedbacks", ergänzt ein anderer Recruiter.

In dieser Situation sollte der Recruiter eingreifen und dem Bewerber erklären, dass sich der Kunde gegen eine Besetzung der Stelle entschieden zu haben scheint. "Sie können den Bewerber nicht einfach hängen lassen", sagt ein Personalberater.

3) Greifen Sie zum Telefonhörer

Die Wahrscheinlichkeit für ein Feedback steigt, wenn Sie eine Beziehung zu Ihrem Recruiter aufgebaut haben oder wenn Sie ihn unterschwellig dazu drängen, Ihren Lebenslauf zu prüfen.

"Normalerweise ist es für mich unmöglich, Ratschläge zu einem Lebenslauf zu geben, weil ich einfach zu beschäftigt bin", sagt ein Recruiter. "Doch wenn mich jemand anruft und sagt, er habe gerade seinen Doktor oder Master abgeschlossen und fragt, ob er rasch seinen Lebenslauf senden könne, dann werde ich ihm gelegentlich einen Ratschlag am Telefon geben."

4) Seien Sie verständnisvoll

Recruiter sind nicht dazu verpflichtet, Ihnen ein Feedback zu geben, da Sie ihn nicht bezahlen. Vielmehr werden Recruiter von ihren Kunden bezahlt, einen Bewerber für eine Stelle zu platzieren. Daher konzentrieren sie sich auf diejenigen Bewerber, die vermittelbar erscheinen und ignorieren den Rest.

Das ist frustrierend, aber Sie werden sich keinen Gefallen tun, wenn Sie nicht nett und freundlich sind. Gehen Sie überdies davon aus, dass das mangelnde Feedback auf den Kunden und nicht auf den Recruiter zurückgeht.

5) Erscheinen Sie als jemand, der es schaffen wird

Obgleich Recruiter keinerlei Interesse daran haben, allen Bewerbern ein Feedback zu geben, haben sie doch ein Interesse, Feedbacks an diejenigen Bewerber zu geben, die künftige Kunden darstellen könnten.

"Wenn Sie einem Bewerber nach einem Interview das gute, schlechte und hässliche nennen, dann steigt die Wahrscheinlichkeit für ein gutes Verhältnis mit ihnen", sagt der Chef eines Recruitment-Unternehmens. "Das sollte sich auszahlen, wenn Sie einmal selbst einstellen."

6) Erschießen Sie nicht den Boten

Falls Sie ein Feedback erhalten, das unschmeichelhaft ausfällt, dann machen Sie dafür nicht den Recruiter verantwortlich.

Kunden verhalten sich gelegentlich unhöflich gegenüber Bewerbern. Recruiter müssen gelegentlich Klartext reden.

"Für viele Leute würde mein Feedback zu hart ausfallen," sagt ein Recruiter, "...indem ich beispielsweise sage, dass er keine Chance habe."

7) Vorstellungsgespräche in kleineren Häusern

Während Banken nach Vorstellungsgesprächen nicht immer ein Feedback geben, ist das bei kleineren Boutiquen wahrscheinlicher.

"Die Qualität des Feedbacks hängt für gewöhnlich von der Größe des Unternehmens und dem Einstellungsvolumen ab", sagt ein Recruiter. "Ein kleineres Unternehmen mit gezielteren Einstellungen, wird sich hierbei mehr anstrengen."

8) Zahlen Sie dafür

Falls nichts davon funktioniert, können Sie immer noch für professionellen Rat bezahlen.

"Leute, die von einem Recruiter ein Feedback erwarten, verfehlen den entscheidenden Punkt", sagt ein langjähriger Recruiter. "Bei diesen Leuten handelt es sich um Verkäufer, die in einem industrialisierten Recruitmentprozess arbeiten. Größtenteils sind sie nicht fähig, ein Feedback zu geben oder sie haben keine Zeit dazu."

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