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Exotische Boni: Credit Suisse-Chef will Mitarbeiter mit CoCos bezahlen

Es gibt zwar noch kaum einen Markt für diese Anleihe-Klasse, dennoch gelten die CoCo-Bonds bei Banken als Geheimwaffe. Mit diesen Pflichtwandelanleihen wollen die Schweizer Großbanken beispielsweise die künftig höheren Eigenkapitalvorschriften erfüllen. Credit Suisse-Chef Brady W. Dougan hat dieses vergleichsweise junge Anlagevehikel als interessante Möglichkeit entdeckt, seine Mitarbeiter zu bezahlen.

“Es handelt sich um etwas, über das wir sicherlich nachdenken müssen”, sagte Dougan in einem Interview mit Bloomberg-TV. “Ich denke, es ist eine interessante Idee.”

Bei “Contingent Convertibles” (CoCos) handelt es sich um Unternehmensanleihen, die durch einen Trick als Eigenkapital ausgewiesen werden können. Denn wenn beispielsweise das herkömmliche Eigenkapital einer Großbank wie der Credit Suisse eine vorherbestimmte Schwelle von z.B. 7 Prozent unterschreitet, dann werden die Anleihen automatisch in Eigenkapital – also Aktien – umgewandelt.

Durch diesen Mechanismus ist das Risiko für Anleger bei CoCos empfindlich höher als bei herkömmlichen Unternehmensanleihen, weshalb der Zinssatz ebenfalls höher ausfallen dürfte.

Dabei haben die beiden Schweizer Großbanken einen besonderen Blick auf diese junge Anlagegattung geworfen. So müssen die beiden Institute nach dem Willen einer eidgenössischen Expertenkommission ihr Eigenkapital auf 19 Prozent erhöhen, was deutlich über den für Basel III diskutierten Kennzahlen liegt. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, wurden die Ausgabe von CoCos ins Spiel gebracht.

Doch die Credit Suisse will jetzt noch einen Schritt weitergehen und ihre variablen Vergütungsbestandteile – im Volksmund Boni genannt – teilweise in CoCos auszahlen. Dabei haben diese Anlagevehikel den Vorteil, dass sie an dem langfristigen Erfolg der Credit Suisse ausgerichtet sind und durch ihren Umwandlungsmechanismus an den wirtschaftlichen Erfolg der Bank gebunden sind.

“Sie sind tatsächlich attraktive Investmentinstrumente. Von diesem Standpunkt aus sind sie für Mitarbeiter gar nicht so schlecht”, sagte Dougan und ergänzte: “Ich denke, sie tragen dazu bei, die Interessen abzugleichen, was offensichtlich die Regulierungsbehörden und alle von uns sehen möchten.”

Allerdings bezeichnete Dougan es gegenüber Bloomberg als “unwahrscheinlich”, dass CoCos bereits in der anstehenden Bonusrunde für 2010 genutzt würden. “Ich denke, Sie können auch dazu beitragen, die Interessen abzugleichen, wobei es sich um etwas handelt, was die Regulierungsbehörden von uns sehen wollen.”

Diese großen Pläne für CoCos haben indes einen Schönheitsfehler. Denn bislang existiert kaum ein Markt für diese neuartige Anleihe-Klasse. “Es handelt sich um einen Markt, der sich entwickeln kann und sich entwickeln wird”, sagte Dougan.

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