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UBS-Verwaltungsratspräsident Villiger zur Vergütungspolitik: “Wir haben letztes Jahr zuviel gekürzt”

Bei der UBS-Generalversammlung in Basel geht es hoch her. Schon vor der Eröffnung der Versammlung haben sich 60 Aktionäre für Wortmeldungen eingetragen. Zur Vergütungspolitik fand UBS-Verwaltungsrat-Präsident Kaspar Villiger in seiner Eröffnungsrede vor allem tröstende Worte für die eigenen Mitarbeiter.

Obgleich es in der Vergangenheit Exzesse gegeben habe, werde das Lohnniveau in der Finanzindustrie auch in Zukunft oberhalb dem der Realwirtschaft liegen. “Gute Leute, die mit ihren Teams große Erträge erzielen, sind gesucht wie eh und je. Wenn man sie halten und gewinnen will, muss man sich in den Größenordnungen bewegen, die im betreffenden Arbeitsmarkt üblich sind. Sonst kann man eine große Bank nicht erfolgreich führen”, sagte Villiger.

UBS-Spitzenleute von Headhuntern umworben

In 2009 hatte die UBS beträchtliche Schwierigkeiten auf dem Arbeitsmarkt. “Wir haben letztes Jahr zuviel gekürzt, ganze Teams mitsamt den Kunden und den dazugehörigen Erträgen verloren und damit einen zu hohen Preis bezahlt”, gestand Villiger. “Wir mussten korrigieren, sonst hätten wir die Bank nicht stabilisieren können. Fast alle unsere Spitzenleute sind übrigens nach wie vor von Headhuntern und Konkurrenten umworben.”

Dennoch distanzierte sich der UBS-Verwaltungsratspräsident teilweise von dem vergangenen Vergütungssystem: “Es gilt festzuhalten, dass die Anreizsysteme klar falsch waren, da sie das Eingehen zu hoher Risiken begünstigten.” Darauf habe die Bank mit neuen Regeln zur Vergütung reagiert.

Obgleich die UBS zeitweilig durch hohe Staatshilfen gestützt werden musste, verteidigte Villiger variable Vergütungen. Eine Bank mit roten Zahlen müsse mit ihrem Geld haushälterisch umgehen.

Bonus-Kritik verkennt die Realitäten

“Aber zu fordern, sie habe auf alle Boni zu verzichten und dürfe keine marktgerechten Vergütungen zahlen, heißt, ihr die Chance auf Wiedererstarken und Überleben zu nehmen. Daher muss ich die Kritik an unserer Vergütungspolitik klar zurückweisen. Sie verkennt schlicht die Realitäten.”, wetterte Villiger.

Weiter hieß es: “Darf die Superleistung eines Einzelnen nicht honoriert weden, nur weil die Bank generell Probleme hat? Oder sollen jene nichts bekommen, die unter schwierigsten Umständen einen Verlust von minus 10 Mrd. auf minus 1 Mrd. reduzieren, z.B. bei den besonders schwierigen toxischen Papieren? Und die beim erfolgreicheren Konkurrenten für eine weniger anspruchsvolle Aufgabe vielleicht das Dreifache bekämen?”

Zuletzt warb Villiger für die Annahme des neuen Vergütungssystems durch die Generalversammlung. “Dabei ist die Abstimmung konsultativ, das heißt, dass das Resultat für die UBS nicht bindend ist. Trotzdem werden wir das Ergebnis der Abstimmung sehr ernst nehmen und sorgfältig analysieren”, sagte Villiger.

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