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WAS MEINEN SIE: Klagen Ex-Dresdner-Banker zurecht auf Bonuszahlung?

Enttäuschte Ex-Dresdner-Banker machen Ernst. Wie Bloomberg berichtet haben acht ehemalige Topbanker des inzwischen von der Commerzbank übernommenen Instituts vor einem Gericht in Großbritannien Schadensersatzklagen eingereicht. Eine weitere Klage wurde bereits im April vor einem deutschen Gericht eingereicht.

Insgesamt geht es um gut 14 Mio. Euro für entgangene Boni und Abfindungen.

Die Kläger bestehen auf angebliche Zusagen in ihren Verträgen, die vom früheren Eigentümer Allianz während der Finanzkrise gemacht worden seien. Der Münchener Versicherungsriese soll auf dem Höhepunkt der Krise einen 400-Mio.-Euro-Bonustopf bereitgestellt haben, um eine Abwanderung von Spitzenleuten zu verhindern.

Zugleich habe der Konzern trotz Finanzkrise und hoher Verluste bei der Dresdner-Bank Investmentsparte Dresdner Kleinwort weder Staatshilfen beantragt noch in Anspruch genommen, sondern im Gegenteil noch eine Dividende ausgeschüttet, sagte eine Sprecherin von zwei klagenden Ex-Bankern. Die Commerzbank habe das natürlich gewusst und die Dresdner Bank trotzdem übernommen.

Die im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank teilverstaatliche Commerzbank hatte im Januar angekündigt, für das vergangene Jahr grundsätzlich keinen Bonus zu zahlen. Nach dem der Staat die Bank mit einer Beteiligung von 25 Prozent vor einer drohenden Schieflage gerettet hatte, forderte Commerzbank-Chef Martin Blessing die Mitarbeiter, die einen vertraglichen Anspruch auf einen Bonus hatten, auf, darauf zu verzichten.

Was meinen Sie? Beharren die Banker lediglich auf ihrem Recht? Oder sind sie einfach nur gierig? Oder hat die Commerzbank in diesem Punkt schlicht gepennt?

Kommentare (2)

Comments
  1. Die einen sind recht gierig und bestehen darauf, dass Ihnen die vertraglich zugesicherten Zahlungen. Zumal diejenigen die aktiv klagen gehen, wahrscheinlich sowieso das Haus verlassen mussten aufgrund von Synergieeffekten und Kostensenkungsmaßnahmen. Also wer auf sein Recht besteht kann nichts verlieren. Nur der fade Beigeschmack bleibt vorhanden, da es sich hierbei zumindest bedingt auch um Steuergelder handelt. Andererseits, wenn es ein Kreditinstitut gewesen wäre, ohne staatliche Stützungsgelder – würde sich kaum jemand Aussenstehender an der Klage aufregen. Vielleicht sollten sich die Jungs die Kohle von der Allianz holen, die waren ja schließlich damals auch am Tisch, als die Verhandlungen geführt wurden.

    Als damals die Freigabe von KfW-Geldern an die Lehman Brothers getätigt wurden, waren ja schließlich auch unausgeschlafene Staatsbanker zu Werke. Würde auch ganz gut zur alten Commerzbank passen.

  2. Müssten nach dieser Denke auch die Opel- oder Karstadt-Angestellten auf Ihre Gehälter verzichten? Schließlich geht es auch ihrem Unternehmen – wie der Dresdner Bank – schlecht. Oder geht es “nur” um angemessene Vergütung? Sind dann die Fußballspieler angemessen bezahlt? Wer entscheidet über die Angemessenheit? Die Politiker? Sind ihre Diäten angemessen?

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