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Steuern fordern ihren Tribut von französischen Banken

Einer Studie für Financial News zufolge bezieht die französische Regierung mehr als 92 Prozent ihrer Steuern und Sozialversicherungsbeiträge aus den Gehältern von Tradern und Bankangestellten im obersten Gehaltssegment. Das gemeinsame Steueraufkommen von Bankern und ihren Arbeitgebern ist in Paris das höchste in Gesamteuropa und liegt 62 Prozent über dem von London.

Das beträchtliche Steueraufkommen sowie die hohen Sozialversicherungsbeiträge auf dem Kontinent sind ein wesentlicher Grund, weshalb beinahe alle US-amerikanischen und europäischen Banken ihre Investment-Banking-Bereiche nach London verlegt haben. Allein mehr als 200.000 Franzosen arbeiten in London.

Die französische Regierung hat daraufhin im vergangenen Jahr Steuervergünstigungen für im Ausland lebende Franzosen erlassen, wonach diese jetzt weniger Steuern auf ihre Prämien bezahlen.

Nach Angaben von Mercer Human Resources Consulting beträgt die gesamte Steuerleistung eines unverheirateten Bankangestellten in Paris mit einem Jahresbruttoeinkommen von 100.000 britische Pfund (147.000 Euro) ganze 92.462 britische Pfund (136.000 Euro) wenn man die zusätzlichen Arbeitgeberbeiträge miteinbezieht. Allein seine Bank würde 32.000 britische Pfund in die Sozialversicherungskasse einzahlen sowie weitere 18.000 britische Pfund für freiwillige Beiträge und Pflichtversicherungen ausgeben, somit etwa 50.000 britische Pfund an zusätzlichen Arbeitgeberbeiträgen an den Staat abgeben. Der Angestellte selbst zahlt noch einmal rund 42.000 britische Pfund an Steuern und Sozialversicherungsabgaben von seinem Bruttogehalt und würde somit ein Nettoeinkommen von 57.538 britische Pfund (84.600 Euro) haben.

In London würde derselbe Angestellte mit dem gleichen Gehalt nur 36.000 britische Pfund für Steuern und staatliche Sozialversicherungen lassen, während die Bank weniger als 21.000 britische Pfund in die Sozialversicherungskasse einzahlen würde. Addiert betrüge die gesamte Steuerleistung 56.910 britische Pfund (83.700 Euro). Mailand ist nach Paris hinsichtlich der Steuerbelastung die zweitteuerste Finanzmetropole mit einer Gesamtbelastung (für Arbeitgeber und Arbeitnehmer) von 89.783 britische Pfund (132.000 Euro) bei einem Jahresgehalt von 100.000 britische Pfund. Auf Platz 3 folgt Frankfurt mit 62.802 britische Pfund. New York war die kostengünstigste Großstadt mit einer gesamten Steuerbelastung von knapp 53.000 britische Pfund (88.000 Euro).

Die höchste steuerliche Belastung für den Angestellten selbst haben in der untersuchten Gruppe Frankfurt und Mailand mit einem Steuersatz von 47,8 Prozent für Spitzenverdiener.

Ein französischer Bankmanager meinte, dass die Steuersätze in London schon allein deshalb niedriger sein müssten, damit sich die Angestellten das Leben in London überhaupt leisten könnten. “Ich habe genau drei Dinge gefunden, die hier billiger als in Paris sind: Fußdeo, Paracetamol und das Bier im Pub – wobei keins der drei Dinge einen nennenswerten Teil meiner Ausgaben ausmacht.”

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