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Nach Übernahme durch M.M. Warburg kein Jobabbau bei Bankhaus Wölbern geplant

Napier Scott.

Nach der überraschenden Übernahme der Hamburger Privatbank Wölbern durch M.M. Warburg und den Bankenverband BdB müssen sich die 60 Mitarbeiter des auf die Vermögensverwaltung von Privat- und Firmenkunden spezialisierten Instituts keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze machen.

Ein Sprecher sagte zu eFinancialCareers, ein Stellenabbau sei nicht geplant. Er dementierte außerdem Berichte, wonach das Institut auf Fondsanteilen sitzengeblieben und das Eigenkapital bedrohlich gesunken sei. Zur Höhe des Kaufpreises wurden keine Angaben gemacht.

Im Dezember 2008 kam es bei Wölbern zu einem Wechsel in der Führungsspitze. Wölbern-Chef Eric Hirsch war überraschend aus dem Vorstand ausgeschieden. Seit dem verantworten Hans-Detlef Bösel, der von M.M.Warburg kam und Heinz Arno Wascheck die Geschäfte der Bank.

M.M. Warburg teilte mit, dass mit dem Erwerb des Bankhauses Wölbern keine besonderen strategischen Ziele verfolgt würden. Ob das eher kleine Institut mit einer Bilanzsumme von rund 700 Mio. Euro im Besitz von M.M. Warburg bleibe, werde in den kommden Wochen mit dem Verkäufer, dem Arzt und Biotech-Unternehmer Heinrich Maria Schulte, und dem BdB geprüft.

Anfang 2007 hatte sich die Wölbern-Gruppe in das Bankhaus und in das Fondsgeschäft aufgespalten, das von der Übernahme durch M.M. Warburg nicht betroffen ist. Die Wölbern Gruppe – bestehend aus dem Bankhaus und der Fondsgesellschaft Wölbern Invest AG – mit mehr als 100 Beschäftigten wies 2007 einen Gewinn von 5,2 Mio. Euro aus. Die Bilanz für 2008 wird nach Angaben des Sprechers voraussichtlich im Mai oder Juni veröffentlicht.

Im Jahr 2006 war die Bank von der südafrikanischen Absa-Bank an Schulte verkauft worden. Schulte wollte die Bank auch zur Finanzierung von Biotechnologieprojekten nutzen, hieß es damals. Der Eigentümer war unter anderem Mitgründer des Hamburger Biotech-Unternehmens Evotec. Auch Warburg soll vor drei Jahren neben MPC oder HSH Nordbank am Kauf von Wölbern interessiert gewesen sein.

Die vom BdB unterstütze Übernahme von Wölbern erinnert an die Hilfsaktion für die Düsseldorfer Hypothekenbank vor fast genau einem Jahr: Diese musste ebenfalls vom Bankenverband aufgefangen werden, ein neuer Eigentümer ist allerdings noch nicht gefunden.

Finanzkreisen zufolge hat unter anderem der US-Finanzinvestor Lone Star Interesse. Ebenfalls im April 2008 musste die kleine Bremerhavener Weserbank ihre Pforten schließen, weil sie nach eigenen Angaben wegen der Finanzkrise ins Schlingern geraten war.

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