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Apo-Bank braucht selbst erste Hilfe von Genossenschaftsverband

Die Finanzkrise beschränkt sich längst nicht mehr nur auf Privatbanken und staatlich gestützte Institute wie die Landesbanken. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ist mit der Apotheker- und Ärztebank (Apobank) das größte genossenschaftiches Geldhaus in die Bredouille geraten.

Das Institut muss wegen der Finanzkrise neue Belastungen verkraften und braucht weitere Hilfen in dreistelliger Millionenhöhe. Um eine Kapitalentlastung zu erreichen, hat der genossenschaftliche Finanzverbund der Bank die erforderliche Unterstützung zugesichert. Zugleich zog das Unternehmen personelle Konsequenzen: Günther Herion, Finanzvorstand und Chief Risk Officer, muss seinen Posten nach sieben Jahren räumen.

Die Apobank hatte in der Vergangenheit hohe Beträge in strukturierte Finanzprodukte investiert, die in der Krise stark an Wert verloren haben und jetzt noch mit 5,4 Mrd. Euro in der Bilanz stehen.

Der erst seit wenigen Monaten amtierende Vorstandsvorsitzende, Herbert Pfennig, ist jedenfalls nicht zu beneiden. Der Mann an der Spitze der Apobank hat ein Erbe angetreten, das aus nicht viel mehr zu bestehen scheint als aus schwarzen Löchern.

Wenn Pfennig wirklich aufräumen will, muss er mit der Politik seines Vorgängers Günter Preuß brechen. Der hatte Aufsichtsrat, Anteilseigner und Öffentlichkeit im Unklaren gelassen über das tatsächliche Ausmaß der Risiken und möglichen Fehleinschätzungen: Die Apobank investiere nur in vertretbare Risiken und verfüge über eine komfortable Liquiditätssituation, so Preuß vor einem Jahr.

Die Apobank hatte viele Jahre lang mit ihren mehr als 325.000 Kunden gut verdient. Sie hat bei ihrer wichtigsten Zielgruppe, den Medizinern und Apothekern, mehr als 60 Prozent Marktanteil.

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