Verkauf der BHF-Bank geht in die heiße Phase: Einstiegschance für ausländische Institute

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Der Verkauf der Frankfurter BHF-Bank durch die Deutsche Bank geht nach Informationen des Handelsblatts in die heiße Phase. Schon in den nächsten Tagen soll ein Informations-Memorandum an Kaufinteressenten mit detaillierten Einblick in die Geschäftszahlen verschickt werden. Dabei soll das Unternehmen nur im ganzen verkauft werden.

Der Kaufpreis dürfte nicht unerheblich von der Gewinnentwicklung der BHF-Bank abhängen, wobei das Frankfurter Bankhaus bis zum heutigen Freitag (14. Mai) noch keine Geschäftszahlen für 2009 vorgelegt hat. Laut einer Unternehmenssprecherin soll der Jahresabschluss in den kommenden Tagen veröffentlicht werden.

Die BHF-Bank hatte selbst in den Krisenjahren 2008 und 2007 mit einem Vorsteuergewinn von 308 und 91 Mio. Euro geglänzt. Dabei wurde auch noch in 2008 die Zahl der Mitarbeiter um 5,7 Prozent auf 2126 Beschäftigte aufgestockt.

Branchenkreise sehen in dem Buchwert von 600 Mio. Euro eine Basis für Preisverhandlungen. Überdies wird damit gerechnet, dass die Deutsche Bank keinen direkten Mitbewerber zum Zuge kommen lassen will.

Damit stehen die Chancen für eine Übernahme durch die französische Großbank BNP Paribas und den spanischen Finanzriesen Santander nicht sonderlich gut. Beiden Instituten wird ein Interesse an der BHF-Bank nachgesagt.

Dagegen scheinen die Chancen für die Wealth Management-Experten aus den südlichen Nachbarländern zu steigen. Die Liechtensteiner LGT-Bank hatte bereits in der Vergangenheit großes Interesse signalisiert. So lobte der LGT-Deutschland-Chef Roland Schubert an der BHF die "gut vernetzten Teams mit langjährigem Kundenstamm."

"In unserer internationalen Wachstumsstrategie setzen wir in erster Linie auf organisches Wachstum. Die ausgezeichnete Kapitalbasis und die finanzielle Stabilität der LGT Gruppe erlauben weitere Übernahmen und wir werden entsprechende Möglichkeiten genau prüfen. Dabei sind uns ein guter strategischer Fit und eine Unternehmenskultur, die zur LGT als familiengeführte Privatbank passt, besonders wichtig. Und natürlich muss auch der Preis stimmen", hieß es seitens der LGT.

Die fürsteneigene Bank mit 1985 Mitarbeitern verzeichnete in 2009 einen Gewinn von 106 Mio. Franken. Dabei verwaltete die LGT Assets im Wert von gut 89 Mrd. Franken, worunter sich auch das fürstliche Vermögen in Höhe von 2,4 Mrd. Franken befindet.

Laut dem Handelsblatt gilt auch der Basler Private Banking-Spezialist Sarasin als Kaufinteressent, was von einem Unternehmenssprecher umgehend dementiert wurde. Neben dem Private Banking betreibe die BHF-Bank auch noch weitere Geschäftsbereiche. "Das passt nicht ganz zu uns", sagte Sarasin-Sprecher Benedikt Gratzl.

Die BHF-Bank zählt zu den letzten Resten der Sal. Oppenheim-Gruppe, die die Deutsche Bank im Frühjahr für 1,3 Mrd. Euro übernommen hatte. Dabei ist der deutsche Branchenprimus vor allem an dem Wealth Management von Sal. Oppenheim interessiert gewesen.

Die Aktivitäten im Investmentbanking werden indes eingestellt. Erhebliche Unternehmensteile wie beispielsweise das Derivategeschäft wurden bereits an die australische Macquarie-Bank veräußert. Das Wertpapierverwahrgeschäft der BHF hatte unterdessen die Bank of New York Mellon übernommen.

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