Noch ist der Aufschwung ungebremst: Private Equity und M&A erreichen in Deutschland Vorkrisenniveau

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Das Volumen der Private Equity-Transaktionen (PE) hat im ersten Halbjahr 2011 endlich wieder das Vorkrisenniveau erreicht. Laut einer Studie der Wirtschaftsberatung Ernst & Young kletterte das Transaktionsvolumen im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2010 von 2,5 auf 4 Mrd. Euro. Auch Headhunter haben schon vor einigen Wochen von einer anziehenden Nachfrage nach entsprechenden Profilen berichtet.

"Auf dem deutschen Private Equity-Markt geht es wieder aufwärts, die Talsohle scheint durchschritten", kommentiert Joachim Spill von Ernst & Young. "Die Zahl der Exits hat sich im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2010 mehr als verdoppelt, der Transaktionswert hat sich sogar vervierfacht - so viel haben die Investoren zuletzt im Boomjahr 2007 bei Verkäufen erlöst", ergänzte Spill.

Quelle: Ernst & Young

Als Hauptgrund der Erholung macht Ernst & Young den Aufschwung aus. "Immer mehr Industrieunternehmen sind dank gut gefüllter Kassen wieder bereit und in der Lage, Konkurrenten aus dem Portfolio von Finanzinvestoren zu übernehmen und dafür akzeptable Preise zu zahlen", sagte Spill.

Dabei scheinen die Zeiten passé zu sein, als die Banken aufgrund der Finanzkrise bei Leveraged Finance zurückhaltend agierten. "Es mangelt derzeit nicht an Kapital, sondern an attraktiven größeren Kaufobjekten", ergänzte Ernst & Young-Partner Wolfgang Taudte.

Doch der schöne Aufschwung könnte bald wieder vorbei sein. Denn aufgrund der Unsicherheit an den Finanzmärkten könnten sich Investoren künftig zurückhalten. Überdies würden sich vor allem die größeren, global agierenden PE-Gesellschaften zunehmend auf die Schwellenländer konzentrieren, wo lukrativere Geschäfte lockten. "Der Trend geht eindeutig in Richtung Emerging Markets - dort wittern die Investoren derzeit die größten Chancen", hieß es weiter.

Allerdings beobachtet Ernst & Young erstmals auch ein relevantes Interesse von Investoren aus den Schwellenländern an deutschen Unternehmen. So seien die Automobilzulieferer Preh, Saargummi und KSM Castings von PE-Gesellschaften an chinesische Unternehmen verkauft worden.

Trotz des Aufschwungs bleibt das PE-Geschäft deutlich hinter den Transaktionsvolumen im Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (M&A) zurück. In diesem Geschäftszweig wuchs das Transaktionsvolumen um 43 Prozent auf 23,2 Mrd. Euro im ersten Halbjahr an. Hauptverantwortlich für diesen Anstieg war die Übernahme von MAN durch Volkswagen, die allein ein Volumen von 11, 2 Mrd. Euro ausmachte.

Quelle: Ernst & Young

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