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Beschleunigt die Finanzkrise den Stellenabbau bei Versicherungen?

Die seit Jahren rückläufigen Beschäftigtenzahlen im Assekuranzgewerbe dürften sich durch die Finanzkrise beschleunigen. Ende 2008 beschäftigten die 270 Versicherungen in Deutschland nach Berechnungen des Münchener Arbeitgeberverbandes der Versicherungsunternehmen (AGV Versicherungen) noch 216.300 Mitarbeiter. Ende 2002 waren es noch 248.100. Dazu kommen noch rund 400.000 selbständige Versicherungsvertreter mit weiteren 70.000 Angestellten. Über den Daumen verdienen rund 700.000 Menschen mit Versicherungen ihren Lebensunterhalt.

Heute hat der Gesamtverband der Versicherungswirtschaft in Berlin wegen der Rezession vor dreistelligen Verlusten bei den Kreditversicherern in Deutschland gewarnt. Die Versicherer rechnen in diesem Jahr mit einem Anstieg der Schadenaufwendungen um rund 50 Prozent. Das werde zu einem versicherungstechnischen Verlust von rund 300 Millionen Euro in der Kredit-, Kautions- und Vertrauensschadenversicherung führen, mit der sich Lieferanten und Hersteller gegen Zahlungsausfälle ihrer Kunden absichern, so der GDV.

Die Branche, die von der Allianz-Tochter Euler Hermes, Atradius und der zur französischen Investmentbank Natixis gehörenden Coface dominiert wird, war zuletzt wegen ihrer Zurückhaltung bei der Abdeckung von Risiken in die Kritik geraten.

Tatsächlich seien die Zahl der Verträge und die Deckungssummen immer noch höher als vor dem Ausbruch der Finanzkrise 2007, teilte der Verband mit. Die Kreditversicherer hätten 40.000 Verträge im Bestand, 2007 seien es 38.000 gewesen. Der GDV bekräftigte, dass die Kreditversicherer anders als Banken keinen Rettungsschirm der Bundesregierung brauchten.

Noch ist unklar, ob die Finanzkrise den Beschäftigtenabbau in der Assekuranz beschleunigt oder ob sich der Trend der vergangenen Jahre einfach fortsetzt. Anfang des Jahres ging der Michael Gold, Geschäftsführer Volks- und Betriebswirtschaft beim AGV Versicherungen, noch von einem Rückgang der Beschäftigtenzahlen zwischen zwei und drei Prozent aus. Da waren die jüngsten Pläne zum Stellenabbau bei Großunternehmen wie der Allianz und Ergo aber bereits bekannt.

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