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GASTKOMMENTAR: Eine Liste der schlimmsten Fehler von Praktikanten

Am Ende eines misslungenen Praktikums fragen mich die Praktikanten oft, was schief gelaufen ist und wieso sie kein Angebot für eine Traineestelle erhalten haben. Manchmal liegt das an mangelnder Eignung für den Job, was sich kaum ändern lässt. Doch oftmals liegt dies einfach daran, dass Praktikanten dumme Fehler unterlaufen, die ihre Chancen ruinieren und diese lassen sich vermeiden. Dazu zählen:

1. Eine falsche Einstellung

Praktika sind schwierig, denn es gilt, professionell zu bleiben. Nachtarbeit oder Erschöpfung stellen keine Ausreden dar, am nächsten Morgen zu spät zu erscheinen oder schlecht auszuschauen. Vielmehr müsst Ihr lernen, Eure Zeit, Euer Networking, Eure Arbeit und Euer Energieniveau zu managen. Bei Selbstdisziplin und einer guten Arbeitseinstellung handelt es sich um etwas, wonach wir wirklich suchen.

Manchen Praktikanten fehlt das so sehr, dass sie sich selbst um ihre Chancen bringen. Ihre Aufmerksamkeit für die Details und ihre Professionalität leidet darunter. Viele der Aufgaben, die Praktikanten übertragen werden, sind eintönig und Ihr mögt der Auffassung sein, dass das unter Eurem Niveau sei. Doch das ist nicht der Fall.

2. Zu spät zu kommen

Banker sind dafür berüchtigt, zu spät zu kommen. Wir hängen am Telefon fest, sind mit einem schwierigen Trade beschäftigt oder in einem langen Meeting gefangen. Doch Ihr als Praktikanten verfügt nicht über diesen Luxus. Einen Weg durch die Handelssaal zu finden, fällt oftmals nicht leicht.

Plant im voraus. Stellt sicher, dass Ihr bereits am Vorabend wisst, wo sich der Arbeitsplatz befindet, an dem Ihr Euch in einer Rotation einzufinden habt, wisst, auf wen Ihr dort trifft und welche Aufgabe er dort hat, und seid bereits fünf Minuten vor dem verabredeten Zeitpunkt dort.

Am Morgen solltet Ihr in dem Arbeitsbereich, für den Ihr Euch interessiert, als erster erscheinen. Sagt artig “Guten Morgen” und beobachtet ruhig die Arbeitsabläufe. Denn Morgens stehen eine Fülle von Aufgaben an, so dass Ihr eine Menge lernen könnt.

3. Klatschen

Es gibt nichts schlimmeres, als wenn Managing oder Executive Directors Euch dabei beobachten, wir Ihr mit Euren Kumpels tratscht.

Trefft Euch lieber zum Bier nach der Arbeit und außerhalb der Bank oder geht gemeinsam Mittagessen, als Euch beim Herumlungern am Arbeitsplatz beobachten zu lassen, wie Ihr klatscht, während andere über Zahlen brüten.

4. Unangemessene Kleidung

Wenn der Sommer kommt und es wärmer wird, dann machen es sich Praktikaten oftmals bequemer und gleiten in Ihr Univerhalten ab. Da Banken meist über eine Klimaanlage verfügen, gibt es hierfür keine Ausrede.

Es ist wichtig, sich angenehm zu kleiden und gleichzeitig in der Lage zu sein, jederzeit mit einem Managing Director zu einem Kundenmeeting zu gehen und immer anständig und vorzeigbar auszusehen. Für die Damen stellen meterhohe Absätze, kurze Röckchen, Spaghettiträger (auch unter einem Jacket) ein Tabu dar. Vemeidet auch Armreifen und Sachen, die klimpern. Männer sollten immer eine Krawatte griffbereit haben und ein Jacket tragen.

5. Stellt Euch nicht blöd an

Auch kleine Sachen können einen großen Unterschied ausmachen. Falls Ihr zu einem Bier nach der Arbeit eingeladen werdet, dann solltet Ihr das wahrnehmen. Anschließend solltet Ihr gegebenenfalls zur Arbeit zurückkehren, um Euer Tagwerk zu beenden. Seid ein netter Kollege; versucht ins Team zu passen und Euch an die Gepflogenheiten anzupassen. Versucht Freunde zu gewinnen.

6. Sorgt nicht für Irritationen

Stellt nicht zu viele Frage. Manche Fragen sind gut und zeugen von Interesse. Dennoch tappen Jahr für Jahr Praktikanten in dieselbe Falle. Ihnen wurde ein Projekt übertragen und sie haben vorgegeben, die Aufgabe verstanden zu haben, obgleich das nicht der Fall ist. 20 Mal am Tag kehren sie zurück und stellen immer die gleichen Fragen. Das solltet Ihr tunlichst unterlassen.

Am besten ist, Ihr stellt sicher, dass Ihr das Projekt versteht, sobald es Euch übertragen wird. Denkt darüber in aller Tiefe nach, legt eine Liste mit Fragen an und stellt erst dann weitere Fragen. Anschließend solltet Ihr die Aufgabe begriffen haben.

7. Einzelkämpfertum

Wie Ihr mit Euren Mitpraktikanten umgeht, wird von allen genau beobachtet. Obgleich Ihr Euch alle im Wettbewerb um die gleichen Stellen befindet, sorgen Hinterhältigkeiten und ein Mangel an Teamgeist für Stirnrunzeln. Vielmehr solltet Ihr von Euren Mitpraktikanten gemocht und respektiert werden.

So stellt Ihr untereinander ein wichtige Quelle für Informationen dar und könnt Euch gegenseitig auch mit Kontakten weiterhelfen. Denn wir sitzen auf engsten Raum 15 Stunden am Tag, fünf Tage in der Woche mit Kollegen zusammen, wir unternehmen Geschäftsreisen gemeinsam und treffen uns auch am Abend mit Kunden. Daher müssen wir miteinander auskommen. Praktikanten, die sich gegenseitig helfen und voranbringen, werden erfolgreicher sein.

8. Mangel an Bescheidenheit

Unter Freunden und Kollegen stellt Bescheidenheit eine der gefragtesten Eigenschaften dar. Gebt Euch nicht als Alleskönner aus. Die Leute gehen davon aus, dass es sich um Euer erstes Praktikum handelt und niemand erwartet von Euch, auf alles eine Antwort parat zu haben. Gebt Euch vielmehr bescheiden, zeigt Bereitschaft, hinzuzulernen und eine gute Leistung zu erbringen.

9. Human Resources zu unterschätzen

Viel zu viele Praktikanten unterschätzen die Bedeutung der Personaler als bloße Verwaltungsmitarbeiter, die nichts zu sagen haben. Damit liegen sie falsch, vielmehr verfügen sie über viel Macht. Daher solltet Ihr Euch um ein gutes Verhältnis zu HR bemühen. Ich gehe nicht davon aus, dass Ihr mit ihnen täglich sprechen werdet, doch bleibt mit ihnen allwöchentlich in Kontakt. Teilt ihnen mit, in welche Richtung Ihr Euch entwickeln möchtet und für welche Abteilungen Ihr welche Projekte bearbeitest. Denn sie verfügen über Insiderinformationen, die Euch weiterhelfen können, und sie werden Euch auch mitteilen, wann alle Mühe umsonst ist.

Bei dem Autor handelt es sich um einen jüngeren Banker, der bereits für verschiedene Topadressen gearbeitet hat.

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