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Worauf Hochschulabsolventen beim Abschluss eines Arbeitsvertrages achten müssen!

Wann muss ein Arbeitsvertrag spätestens abgeschlossen werden? Ist der Vertrag auch gültig, wenn er mündlich vereinbart wurde? Wie ist das mit der Probezeit?

Der Arbeitsvertrag regelt das Arbeitsverhältnis, definiert Rechte und Pflichten des Arbeitnehmers und Arbeitgebers. Er ist das wichtigste, aber nicht das einzige Regelwerk, das auf das Arbeitsverhältnis Einfluss nimmt. Gesetze, Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen können ebenfalls wichtige Vereinbarungen enthalten. Der Arbeitsvertrag aber enthält

– die Definition der Tätigkeit und evtl. der Probezeit

– Urlaubsregelungen

– ggf. besondere Pflichten

– Kündigungsregeln.

Ein Arbeitsvertrag wird nicht unbedingt erst mit Unterzeichnung eines Vertragspapiers geschlossen. Er kann auch per Handschlag oder einfach mündlich abgeschlossen werden. Man kann zwar einen schriftlichen Arbeitsvertrag verlangen, formlose Abschlüsse bleiben aber grundsätzlich wirksam.

In der Praxis wird jedoch häufig vereinbart, dass der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer zunächst zwei von ihm unterschriebene Vertragsexemplare aushändigt und der Arbeitsvertrag dann erst mit Rückgabe des vom Arbeitnehmer unterschriebenen Schriftstücks geschlossen wird.

Zunächst ist wichtig, wann Arbeitnehmer und Arbeitgeber den Vertrag abschließen – also unterzeichnen: Erhält man nach Abschluss ein besseres Angebot und tritt die ältere Stelle nicht an, kann man sich schadensersatzpflichtig machen.

Der Beginn des Beschäftigungsverhältnisses ist der Zeitpunkt, zu dem man wirklich im Arbeitsverhältnis mit dem Arbeitgeber stehen soll. Er wird in aller Regel nicht mit dem Datum des Vertragsschlusses identisch sein. Man sollte darauf achten, immer zum Ersten des Monats anzufangen (siehe die folgenden Beispiele).

Berechnung wichtiger Fristen

Beginnt ein Arbeitsverhältnis am 2. 1., so zählt der gesamte Januar für die Berechnung des Urlaubs nicht mit. Deshalb sollte der Vertragsbeginn regelmäßig am 1. eines Monats erfolgen, denn einen Anspruch auf anteiligen Jahresurlaub hat man nur, wenn man im jeweiligen Monat voll gearbeitet hat ( 5 Abs. 1 BUrlG).

Ferner spielt das Datum des Beginns des Beschäftigungsverhältnisses eine Rolle für die Berechnung der Kündigungsfrist, den Eintritt des Kündigungsschutzes nach 1 Abs. 1 Kündigungsschutzgesetz, für den Beginn der Sozialversicherungspflicht und die Dauer, Art und Höhe möglicher betrieblicher Leistungen.

Man kann vereinbaren, dass das Arbeitsverhältnis zunächst einmal grundsätzlich ohne Kündigung am Ende der vereinbarten Zeit enden soll. Dauer und Erprobungszweck als Grund für die Befristung müssen im Vertrag deutlich zum Ausdruck kommen. Auch befristete Probearbeitsverhältnisse können ordentlich gekündigt werden, sofern diese Möglichkeit ausdrücklich vereinbart wurde. Darauf sollte man achten, damit man im Falle einer beruflichen Verbesserung den Vertrag schnell lösen kann.

Beispiel

“Wir stellen Frau A. für die Zeit vom 1. 1. bis 31.5.2003 zur Probe als … in unserer Abteilung … ein. Das Arbeitsverhältnis endet nach Ablauf der Frist, sofern es nicht ausdrücklich verlängert wird. Während der vereinbarten Befristung des Arbeitsverhältnisses können beide Seiten mit einer Frist von einem Monat kündigen.”

Im häufigeren Fall schließt man einen unbefristeten Arbeitsvertrag mit Probezeitvereinbarung. Dieses Probearbeitsverhältnis geht nach Ablauf der Probezeit in ein Dauerarbeitsverhältnis über, sofern es nicht zuvor gekündigt wird. Das ist damit genau der umgekehrte Fall zur echten Probezeit, denn wenn niemand kündigt, wird man automatisch fest angestellt.

Beispiel

“Herr B. wird am 1.1.2003 als … in unserer Abteilung … unbefristet eingestellt. Die ersten sechs Monate gelten als Probezeit. Während dieser Probezeit können beide Vertragspartner mit einer Frist von einem Monat zum Monatsende ohne Angabe von Gründen ordentlich kündigen.”

Die zulässige Dauer einer Probezeit richtet sich nach den Anforderungen der Beschäftigung. Üblich sind zwischen drei und sechs Monate, in außergewöhnlichen Fällen (z.B. besonders verantwortungsvolle Positionen) können auch neun oder zwölf Monate vereinbart werden.

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