Was ein Studium an einer deutschen Elite-Hochschule wirklich bringt!

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Was bringt eine Elite-Hochschule wirklich? Diese Frage hat Sabine Hansen, Partnerin bei der Personalberatung Heidrick & Struggles am Beispiel der WHU (Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung) - Otto Beisheim School of Management in Vallendar untersucht - und die Lebensläufe von 42 Absolventen des BWL-Jahrgangs 1994 analysiert.

"Wir wollen damit einen Beitrag zu der Diskussion liefern, ob bestimmte, eher elitär orientierte betriebswirtschaftliche Ausbildungen am Ende wirklich was bringen", sagte Hansen. Neben der Analyse der Lebensläufe hat die Expertin 24 Absolventen befragt.

Wie zu erwarten war, hatte niemand der 7 Frauen und 34 Männer beim Berufseinstieg das Problem, einen Job zu finden. Bis auf zwei sind sämtliche Absolventen in der Wirtschaft tätig.

Auffällig ist die große Mobilität der ehemaligen Elite-Studenten. 26 Absolventen haben in den vergangenen 14 Jahren bei mehr als drei Unternehmen gearbeitet, 16 bei zwei beziehungsweise drei Firmen. Nur ein Absolvent ist seinem ersten Arbeitgeber treu geblieben.

18 WHU-"Graduates" waren zumindest einmal bei einem Beratungsunternehmen tätig, 8 weitere absolvierten eine Station in der Finanzbranche, zum Beispiel im Investmentbanking, aber auch in Private Equity und Venture Capital.

"Für WHU-Absolventen sind Karrieren bei Beratungen, im Finance-Sektor oder großen Konzernen typisch," so Hansen. Auffällig: Nur ein Abgänger landete in einem Familienunternehmen. Daneben haben sich fünf WHU-ler als Unternehmer etabliert, nachdem sie sich zunächst in Unternehmen ihre Sporen verdient haben.

Die internationale Ausbildung führte - neben dem Erwerb von mindestens zwei Fremdsprachen -auch dazu, dass heute mindestens sieben Absolventen im Ausland tätig sind oder waren.

Und wie sehen die Abgänger selbst ihren Werdegang? Von 24 Absolventen, die den Fragebogen beantwortet haben, beurteilten 9 ihre Karrierezufriedenheit mit einer 1, 14 gaben ihr eine 2, und ein Absolvent antwortete auf diese Frage nicht.

Alle 24 Befragten sagten zudem, die WHU sei im Nachhinein die richtige Entscheidung gewesen. Diese "Stringenz der Antworten" ist nach Ansicht von Rekruting-Experting Hansen schon überraschend. Außerdem gaben 23 der 24 Befragten an, dass es so etwas wie einen Zusammenhalt von WHU-Abgängern gebe.

Hansen macht für dieses Wir-Gefühl das Alumni-Netz und die regelmäßigen Regionaltreffen verantworlich. Darüber hinaus sind alle Lebensläufe in einer Datenbank für jeden Ehemaligen zugänglich. "Diese Faktoren unterstützen den Netzwertgedanken", so Hansen.

75 Prozent der Befragten haben übrigens bereits im General Management gearbeitet. Daneben hat jeder dritte Erfahrung in Marketing/Vertrieb gesammelt und beinahe jeder Zweite im Bereich Finanzen/Controlling.

Dagegen war kaum einer der Absolventen in den Bereichen Forschung und Entwicklung oder Human Resources tätig.

Auch die Zahl der Mitarbeiter, für die sie heute verantwortlich sind, deutet darauf hin, dass sich die WHU-Abgänger, die im Schnitt gerade einmal 39 Jahre alt sind, schon weit oben in den Hierarchien etabliert haben.

22 von 24 tragen heute Personalverantwortung: einer für "mehr als 2.000 Mitarbeiter", einer für "500 bis 2000 Mitarbeiter", 3 für "100 bis 500 Mitarbeiter" und 10 für "20 bis 100 Mitarbeiter". Die verbliebenen 8 WHU-Absolventen führen "bis zu 20 Mitarbeiter".

Die erfolgreichen Karrieren spiegeln sich auch im Einkommen wider: Nur fünf von 24 Absolventen verdienen pro Jahr weniger als 120.000 Euro. Zwischen 120.000 und 180.000 Euro bekommen zwei, zwischen 180.000 und 250.000 Euro weitere drei WHU-Absolventen. Immerhin die Hälfte der Personen, die Angaben machten, verdienen heute über 250.000 Euro.

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