Unternehmensberatungen suchen trotz gekürzter Budgets weiter Nachwuchs

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Der Einstieg als Unternehmensberater ist schwierig wie eh und je. In den ersten Jahren wird weiter kräftig gesiebt. Doch wer diese Zeit übersteht, dem steht so manches Tor offen. Viele Karrieren, die in der Beratung beginnen, führen in die oberen Etagen der Wirtschaft.

Die fünf Strategieberatungen McKinsey, Roland Berger, Boston Consulting Group (BCG), Booz und Bain gehören zu den bekanntesten und umsatzstärksten Beratungen. Von allen Dax-30-Vorständen in Deutschland waren neun zuvor bei McKinsey. Von Roland Berger, BCG und Bain hat das jeweils ein ehemaliger Mitarbeiter geschafft.

Nahezu alle Ex-Berater bestätigen, dass sie in ihrem späteren Berufsleben von der Arbeitsweise profitieren, die ihnen damals eingetrichtert wurde: wesentliche Fakten schnell erkennen, Strategien bilden, testen und schließlich umsetzen. Der Großteil bleibt jedoch nur etwa drei bis fünf Jahre dabei.

Neben denen, die freiwillig gehen, fallen andere dem "Up-or-out"-Prinzip zum Opfer. Wer das Entwicklungspotenzial zum Partner nicht hat, muss das Unternehmen verlassen.

Die Fluktuation zwischen zehn und 15 Prozent in den ersten Berufsjahren ist geplant. Die Zeit reicht den Mentoren, um zu sehen, wer das Zeug für die Beratung hat. Und das Zauberwort, um das herauszufinden, heißt "Feedback". Das bekommen Einsteiger in der Beratung so schnell und umfassend wie in keiner anderen Branche. Nach jedem Projekt wird die Leistung aller Mitarbeiter bewertet. Einmal im Jahr bilden diese Gespräche die Grundlage einer gesamten Bewertung.

Aufgrund der hohen Fluktuation muss der Nachwuchs trotz Krise weiter rekrutiert werden. Die bisherige Personalpolitik soll weitgehend unangetastet lassen, bis die Krise vorbei ist. Auf der anderen Seite müssen auch die Beratungen bei reduzierten Budgets sparen.

Ein Politikum ist allerdings die Frauenfrage: Alle fünf Beratungen stellen 20 bis 30 Prozent Frauen ein. Aber mit jeder Hierarchiestufe schrumpft der Anteil. In der obersten Höhenlage, auf Partnerebene, sind es im Schnitt nur noch zehn Prozent.

Frauen haben es in der Männerdomäne nicht leicht. Um mehr Frauen für sich zu gewinnen, werden zum Beispiel spezielle Recruiting-Workshops angeboten. Den erwarteten Durchbruch haben diese Initiativen bisher aber nicht gebracht. Schließlich müssen Berater flexibel sein, und ist deshalb für Frauen, die sich eine Familie wünschen, wenig attraktiv. Viele Frauen steigen aus, wenn das erste Kind unterwegs ist.

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