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Studieren im Osten hat Vorteile – zumindest finanzielle

Aktuelle Erhebungen zeigen: Das Studium der Wirtschaftswissenschaften kostet in den alten Bundesländern 19% mehr als in Ostdeutschland.

Akademiker, die zum Jahresende 2006 erfolgreich ein Studium an einer Universität im Osten Deutschlands absolvierten, haben im Laufe des Studiums für die Lebenshaltung rund 46.800 € ausgegeben. In Westdeutschland standen hingegen unterm Strich 55.700 € auf der Rechnung. Dies berichtet das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IVW).

Dabei fallen die Kosten je nach Studiengang nicht zuletzt aufgrund der durchschnittlichen Studiendauer recht unterschiedlich aus. Am meisten bezahlten dem IVW zufolge angehende Philosophen für Miete, Mensa, Bücher, Klamotten, Kino und Co. – sie brauchen bis zum Examen im Schnitt 8 Jahre, in denen Sie 67.800 € (Westen) bzw. 56.600 € (Osten) ausgaben.

Das kleinste Budget mussten angehende Chemiker (48.800 bzw. 41.100 €) und Apotheker (47.100 bzw. 39.800 €) einkalkulieren – sie zogen ihr Studium im Schnitt zügig durch. Angehende Wirtschaftswissenschaftler kommen der Erhebung zufolge ebenfalls recht günstig weg: In den westdeutschen Bundesländern kostete ihr Studium durchschnittlich 51.300 €, im Osten waren es 43.100 €.

Geringe Mieten und Nebenkosten im Osten

Ähnliche Ergebnisse zeigt die 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks, das im Sommersemester die wirtschaftliche und soziale Situation von Studierenden in Deutschland untersuchte. Hier wurden typische regelmäßige Kostenpunkte von Studenten erfasst. Es zeigt sich: Wer in den neuen Ländern studiert, gibt beispielsweise für Miete und Nebenkosten monatlich mit 221 € im Durchschnitt 54 € weniger aus als Studierende in den alten Ländern.

Auch bei den übrigen Ausgabenpositionen, ausgenommen die Ausgaben für ein Auto und/oder öffentliche Verkehrsmittel, sind die Aufwendungen der Studierenden in den neuen Ländern geringer. Dies betrifft u. a. Lern- und Lebensmittel, Kleidung oder Kosten für Kommunikation oder Freizeitgestaltung.

Die Sozialerhebung zeigt allerdings auch die Kehrseite: Nach den Ergebnissen der aktuellen Sozialerhebung haben Studierende in den alten Ländern mit durchschnittlich 788 € um 103 € höhere Einnahmen als die Studierenden in den neuen Ländern.

Allerdings hat sich der Abstand zwischen den Einnahmen von 2003 nach 2006 verringert. Während die Studierenden in den neuen Ländern ihre monatlichen Einnahmen leicht erhöhen konnten (nominal um knapp 3 %), blieben die Einnahmen der Studierenden in den alten Ländern auf dem Niveau der letzten Sozialerhebung von 2003.

Insgesamt günstiger kommt übrigens der Lebensunterhalt während des Studiums wegen der kurzen Studiendauer die Absolventen von Fachhochschulen. Die größte Entlastung des studentischen und elterlichen Geldbeutels aber bringen dem IVW zufolge die neu eingeführten Bachelorabschlüsse. Diese verringern die privaten Investitionen in die Lebenshaltung gegenüber der traditionellen universitären Ausbildung um bis zu 30% – Studiengebühren inklusive.

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