Aus dem Tagebuch eines Praktikanten (IV): Verdammt! Ich wurde ins Risk Management zurückgeschickt

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Als ob der frühe Start am Montagmorgen nicht schlimm genug wäre, wurde ich mit einer Email von der HR-Lady begrüßt, in der mit lapidar mitgeteilt wurde, dass ich ab Dienstag ins Risk Management zurückkehren solle, um mein Projekt aus der ersten Woche zu beenden.

Aaargh! Obgleich ich mich ein wenig niedergeschlagen fühlte, habe ich eine tapfere Miene aufgesetzt und bin an den Vertriebspezialisten vorbei zu meinem Noch-Arbeitsplatz marschiert und habe nach einer abschließenden Aufgabe gefragt. Mithin wurde mir so ziemlich die gleiche Arbeit wie die vorherige zugeteilt. Da er das Lob mitbekommen hat, das ich dafür erhalten habe, wollte er, dass ich das gleiche für ihn erledige.

Also habe ich mich dieses Mal mit mehr Selbstvertrauen mit der Excel-Tabelle abgemüht und versucht, die mir übertragene Aufgabe zu erfüllen. Ich muss schon sagen, dass ich recht beeindruckt war, wie schnell ich mit der Software zurechtgekommen bin und ich habe mir selbst die Aufgabe gestellt, hierbei ohne die Maus auszukommen. (Im Grunde nutzt jeder, der schon einmal in einer Investmentbank gearbeitet hat, Excel so häufig, dass er wohl nur noch die Tastatur benutzt und keine Verwendung mehr für die Maus hat, da er alle Kurzbefehle kennt.)

Dann wurde ein Email mit der Frage herumgeschickt, ob jemand in der kommenden Woche im Fußballteam der Bank antreten will. In der Ahnung einer guten Networking-Gelegenheit und trotz der Tatsache, dass sich meine Fußballkünste in etwa auf dem Level von Schwarzeneggers Fähigkeit für einen 1500 Meter Lauf befinden, habe ich mich gemeldet.

Am Mittwochmorgen startete ich im Risiko Management, wo die Arbeit - überraschenderweise - interessant war. Mir wurde gesagt, dass wegen bestimmter Marktereignisse ein bevorstehender Deal in den nächsten paar Tagen über die Bühne gehen könne und dass es meine Aufgabe sei, hierfür ein Excel-Modell zu entwerfen.

Im dem Bewusstsein, einen Beitrag zu leisten, bin ich dieses Mal sehr enthusiastisch an die Arbeit herangegangen. Bei dieser Aufgabe war ich buchstäblich auf mich allein gestellt. Der Trainee war einfach zu beschäftigt, um selbst eine Frage mit Ja oder Nein zu beantworten und nachdem ich die Order direkt von meinem Managing Director erhalten habe, die Sache schnellstmöglich zu erledigen, war auch ich ein wenig gestresst.

Als der Freitag kam, war ich nicht nur darum besorgt, ob ich meine Arbeit für den bevorstehenden Deal fertigstellen könne, sondern auch ob ich während meines ersten Fußballspiels für die Bank am Dienstag zusammenbrechen würde. Es war keine optimale Woche.

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