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Es muss nicht immer Elite-Uni sein

Wer an einer renommierten Universität studiert hat, bekommt auch in Zeiten der Finanzkrise einen guten Job, berichtet die FTD. Viele Banken haben feste Kooperationspartner, das Studienfach rückt zunehmend in den Hintergrund. Auch Physiker, Mathematiker und Geisteswissenschaftler sind gefragt.

Die Zeiten, als ein Job bei der Bank noch ganz oben auf der Liste der Berufswünsche stand, sind demnach lange vorbei. “Wenn ein WHU-Absolvent im letzten Jahr drei Angebote hatte, hat er in diesem Jahr wahrscheinlich nur eins”, zitiert das Blatt Heike Hülpüsch, Sprecherin der WHU Otto Beisheim School of Management.

Finanzinstitute rekrutieren gern von den Elite-Universitäten, noch lieber aber kooperieren sie mit den renommierten Hochschulen. Die Liste der Kooperationspartner der Frankfurt School of Finance & Management liest sich wie das Who-is-who der deutschen Bankenlandschaft.

Die SEB Bank zum Beispiel arbeitet nach Angaben von Personalvorstand Karl-Ludwig mit der Universität Mannheim, Frankfurt School of Finance & Management, Fachhochschule Heidelberg, und WHU zusammen. Die European Business School in Oestrich-Winkel, die Business School in Reutlingen, die Universitäten in Köln und Bonn sind weitere Lieblinge der Personaler.

Welche Fächer studiert werden, spielt dagegen eine immer kleinere Rolle. Die Postbank etwa fahndet nicht mehr nur nach Wirtschaftswissenschaftlern, auch Mathematiker und Informatiker werden gesucht – für das Risikocontrolling, das Meldewesen, vor allem für die Beratung.

Die Commerzbank stellt gerne auch Physiker oder Mathematiker im Riskomanagement ein. Im Vertrieb kann es sinnvoll sein, Geisteswissenschaftler anzuheuern. “Wir haben verschiedene Traineeprogramme und ermutigen alle Fachrichtungen, sich zu bewerben, wir konzentrieren uns nicht nur auf BWLer”, sagt auch Jutta Horstkötter, Gruppenleiterin Students & Graduates bei der Commerzbank in Frankfurt.

Der Druck auf die Personalbudgets wächst mit der Finanzkrise. Die Delle von ein bis zwei Jahren solle niemanden entmutigen, so Ingolf Jungmann, Vizepräsident der Frankfurt School of Finance & Management. Die Karrierechancen in der Finanzbranche seien weiterhin gut.

Die Akademikerquote bei den Banken lag laut Jungmann vor zehn Jahren noch bei zehn Prozent. Jetzt seien es aber bereits 20 Prozent. Die Aufgaben sind komplexer geworden, analytisches Denken ist gefragt.

Jetzt wird vor allem Nachwuchs gesucht, der kundennah arbeiten möchte. “Wir haben eine Renaissance des Retailbankings”, sagt Jungmann. Befeuert durch die Krise besinnen sich die Banken wieder auf das Privatkundengeschäft. Auch die Großbanken weiten das Filialgeschäft aus. Im Vertrieb gebe es sehr gute Entwicklungsmöglichkeiten, so Commerzbankerin Horstkötter.

Es ist wichtig, dass ein Bewerber Freude am Umgang mit Kunden hat und den Servicegedanken lebt. Auch die SEB möchte für ihr Retailgeschäft mehr Personen einstellen, muss sich aber der Konkurrenz der Großbanken stellen, die auch nach diesen Talenten suchen.

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