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Großes Personalkarussell vor BHF-Verkauf

Beim anstehenden Verkauf der BHF-Bank handelt es sich um den derzeit größten Deal in der deutschen Bankenlandschaft. Doch nicht nur die Spekulationen über mögliche Übernahmekandidaten gehen munter weiter, sondern auch das Personalkarussell dreht sich immer schneller.

Die erste Runde im Bieterverfahren läuft am heutigen Montag (16. August) ab, bis zu diesem Zeitpunkt können Interessenten unverbindliche Angebote einreichen. Zwar wird in den Medien von etwa einem Dutzend Angeboten gesprochen, doch ein wirklich heißer Kandidat zeigt sich noch nicht.

Die Übernahmespekulationen…

So hat die Liechtensteiner LGT-Bank, die das Milliardenvermögen der Fürstenfamilie verwaltet, Interesse an der BHF Bank signalisiert ebenso wie die Schweizer Privatbank Julius Bär. Nachdem das Bankgeheimnis als Wettbewerbsvorteil der Vermögensverwalter aus der Schweiz und Liechtenstein ausscheidet, sind die dortigen Private Banker an einer Stärkung ihrer Onshore-Aktivitäten interessiert, wobei besonders Deutschland ins Zielvisier rückt.

Doch die BHF-Bank verfügt neben ihrem Private Banking auch über ein Kapitalmarktgeschäft, in dem der Löwenanteil der Gewinne generiert wird – was ein Manko für die Wealth Management-Spezialisten darstellt.

Dies dürfte für interessierte Großbanken ein geringerer Hinderungsgrund sein. Namentlich der französischen BNP Paribas, der spanischen Santander aber auch der Credit Suisse werden Begehrlichkeiten nachgesagt, ohne dass dies die Institute bestätigen wollten.

Doch dürfte die Deutsche Bank nicht daran interessiert sein, den ausländischen Mitbewerbern die Stärkung ihres Deutschlandgeschäftes auf dem Silbertablett zu servieren. “Man will sich keine Konkurrenz im eigenen Lande heranziehen”, zitiert das Handelsblatt einen Insider

Allerdings ist dies nur ein Ziel. Denn die Deutsche Bank hat für die Übernahme der BHF-Muttergesellschaft Sal. Oppenheim 1,3 Mrd. Euro auf den Tisch geblättert, was sich zusammen mit den Umstrukturierungskosten auf annähernd 2 Mrd. Euro summiert. Falls der Deutsche Branchenprimus mehr als den Buchwert von 650 Mio. Euro einstreichen möchte, dann darf er sich nicht so wählerisch anstellen.

… und das Personalkarussell

Trotz der ungewissen Zukunft der BHF-Bank findet in dem Frankfurter Institut ein munteres Personalkarussell statt. So wurde erst am vergangenen Donnerstag BHF-Chef Wilhelm von Haller gegen Björn Robens ausgetauscht, der bisher das Private Banking verantwortete.

Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg wird überdies in der Aktienanalyse kräftig angeheuert. So wechselt Maxim Tilev als Analyst für kleine und mittelgroße Aktiengesellschaften von der Commerzbank zur BHF, was nur der Anfang sein soll.

“Unsere Ambition besteht darin, eine der Top-Adressen bei deutschen Small- und Midcaps zu werden”, sagt Thomas Eckert, der bei der BHF die Aktienanalyse verantwortet und ergänzt: “Wir werden auch weiterhin selektiv einstellen.” Insgesamt soll das Team auf 15 Mitglieder verstärkt werden.

Überdies wechselt Thomas Kastner aus dem Trading der Commerzbank zur BHF. Ob sich derartige personalstrategische Aktivitäten mit den Interessen des neuen Eigentümers vertragen, bleibt vorerst offen.

Kommentare (2)

Comments
  1. Der Bericht über die BHF hat mich im großen und ganzen auch interessiert. Mir ist allerdings etwas aufgestossen, und das bestimmt nicht aus persönlichen Leidenschaften, dass Sie bspw. im letzten Absatz Thomas Kastner’ benannt haben, der nun wirklich nicht als Lichtgestalt bezeichnet werden kann. Nach der – im Grunde genommen Pleite’ von Dresdner Kleinwort – und dann NUR aufgrund von Betriebszugehörigkeit bei der Commerzbank überleben konnte. Das auch noch auf Kosten des deutschen Steuerzahlers.

  2. Tilev, Kastner und Eckert kennen sich einfach von DrKW, von der Eckert geholt wurde, zunächst einige BHF’ler entsorgte und nun fleißig alte “Gefolgsleute” einstellt.

    Zudem dürfte dies zur Strategie von Robens passen, der vor 5 Jahren auch ein halbes Dutzend Vasallen von Roland Berger mitbrachte und an strategisch entscheidenden Stellen in der BHF platziert hat.

    Danach folgte ebenfalls die relativ radikale Entmachtung von Dutzenden im Weg stehenden BHF’lern, die dem Allein-Anspruch von Robens nicht folgen wollten. Er ist seit 2006 letztlich alle ehemaligen Vorstandskollegen (bzw. potenzielle Wiedersacher) losgeworden, selbstverständlich nur durch die bedingungslose Unterstützung des inzwischen als überaus “fähig” bekannten Eigentümer-Managements der Mutter in Köln (SOP).

    Man kann Lampe nur viel Glück wünschen, falls man Robens und seinen “Inner Circle” weiter beschäftigen sollte.

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