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Vorsicht Falle: Wirtschaftsminister Glos fordert Investmentbanker zu Verzicht auf

So, so, werter Herr Bundesminister Michael Glos. Sie wollen also nicht nur die Finanzaufsicht auf den Prüfstand stellen – sondern sind auch noch der Ansicht, Investmentbanker sollten dem Beispiel von Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann folgen und “freiwillig” auf ihre Boni verzichten.

“Ein Zeichen der Reue und Umkehr würde vielleicht etwas von dem verloren gegangenen Vertrauen in die Banken und ihre Manager wieder zurückbringen”, sollen Sie laut Vorabmeldung der Passauer Neuen Presse gesagt haben.

Und weiter: “Es wäre doch ein gutes Signal, wenn viele andere Investmentbanker sich Herrn Ackermann anschließen und ihre Boni für einen wohltätigen Zweck spenden würden. Solche Gesten wären ein Anfang bei der Bewältigung des zerbrochenen Vertrauens.”

Da haben Sie – verehrter Herr Minister – wohl weise gesprochen. Bloß der Zusammenhang zwischen einem kollabierenden Finanzsystem und Spenden (!) an Wohlfahrtsorganisationen (!) mag sich dem geneigten Beobachter nicht gleich erschließen.

Egal: Wenn Sie – amtlicher Gralshüter der deutschen Ordnungspolitik – gefordert hätten, das Geld für die Sanierung der Banken zu verwenden, hätten Sie nicht nur noch weiser gesprochen. Nein, Ihnen wäre vor allem der Applaus des gemeinen Steuerzahlers sicher gewesen. (Und seien wir doch ehrlich: Genau darauf haben Sie es doch abgesehen, nicht wahr?)

Der Beifall hätte vermutlich die Lautstärke eines Rock-Konzerts erreicht, wenn Sie ihren hehren Worten gleich entsprechende Taten hätten folgen lassen und Abstriche bei ihren Diäten angekündigt hätten.

Wenn dieses “gute Signal” Nachahmer gefunden hätte, und Sie und der eine oder andere aufrechte Politiker zu Gunsten der Steuerzahler auf das Geld der Steuerzahler verzichtet hätten, dann, ja dann wäre auch das “ein Zeichen von Reue und Umkehr” gewesen.

Eines, das dem gemeinen Volk in der bald anbrechenden kalten Weihnachtszeit das Herz erwärmt hätte. Zumal so mancher Steuerzahler auf das eine oder andere Gläschen Glühwein angesichts der harten Zeiten verzichten dürfte.

Und wer weiß, wer weiß, vielleicht wäre der eine oder andere Investmentbanker angesichts einer solch ritterlichen Geste tatsächlich von seinem Gewissen gebissen worden.

Bleibt nur noch eine Frage offen: Warum haben Sie – der dem Titel nach zuständige Fachminister – das Thema “Bonusverzicht” eigentlich nicht angesprochen, als die Bundesregierung das “Rettungspaket” für die Bankenbranche geschnürt hat?

Vermutlich, weil Sie – als Vorsteher eines Ministeriums, über dessen Sinn nicht wenige in dieser Republik seit Jahren zweifeln – in das Krisenmanagement von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Peer Steinbrück erst gar nicht eingebunden waren?

Dann motzt es sich natürlich hinterher um so leichter. Behauptet jedenfalls die Passauer Neue Presse .

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