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Headhunter können wieder lachen: Financial Services-Personalberater rechnen mit Umsatzplus von gut 10 Prozent in 2011

Nach dem Krisenjahr 2009 konnten die Personalberater im vergangenen Jahr wieder lachen. Zu diesem Ergebnis kommt jetzt eine Umfrage des Bundesverbandes Deutscher Unternehmensberater (BDU), an der in März und April 2011 rund 200 Personalberatungs-Gesellschaften teilgenommen haben.

Insgesamt konnte die Branche ihren Umsatz im abgelaufenen Jahr um 18,2 Prozent auf 1,3 Mrd. Euro steigern. Damit wird indes der Einbruch um 26 Prozent 1,1 Mrd. Euro in 2009 noch nicht ausgebügelt. Von dem Rekordergebnis von 1,49 Mrd. Euro in 2008 ist die Personalberaterbranche noch 14,6 Prozent entfernt.

Nach den Prognosen der beteiligten Unternehmen könnte die Branche jedoch bereits in 2011 wieder an das Vorkrisenniveau anknüpfen. “Rein rechnerisch ergibt sich aus den abgegebenen Prognosen ein Marktwachstum von 14 Prozent,” heißt es in der Studie.

Obgleich die Personalberater für das verarbeitende Gewerbe mit einem Plus von 21,7 Prozent und für die TIMES-Branche mit 25,7 Prozent besonders gut abschnitten, kam der Aufschwung auch bei den auf Finanzdienstleistungen spezialisierten Headhuntern an.

Quelle: BDU

Financial Services-Headhunter verzeichnen Umsatzplus von 18 Prozent

Laut der BDU-Umfrage kletterte der Umsatz in diesem Marktsegment um 18,1 Prozent auf gut 138 Mio. Euro, wobei insgesamt 4750 Positionen besetzt wurden. Im Bankensektor legte der Umsatz um 18,8 Prozent auf gut 93 Mio. Euro zu und es wurden 3200 Stellen besetzt. Im Versicherungssektor stiegt der Umsatz nur um 16,6 Prozent auf knapp 45 Mio. Euro und es wurden 1550 Positionen besetzt.

“Experten mit Know-how bei den Themen Risikomanagement, Controlling und Rechnungslegung wurden sehr stark in der Finanzdienstleistungsbranche gesucht,” resümiert die Studie.

Auch für das laufende Kalenderjahr zeigen sich die Finanzdienstleistungs-Headhunter optimistisch. Demnach soll der Umsatz in dem Marktsegment um 10,4 Prozent auf 152,5 Mio. Euro zulegen. Für den Bankenbereich rechnen die Umfrageteilnehmer mit einem Wachstum von 11,5 Prozent auf 104 Mio. Euro und für den Versicherungssektor von 8,2 Prozent auf 48,6 Mio. Euro. Um die wachsende Zahl an Suchaufträgen zu bewältigen, plant ein Großteil der Personalberatungen, zusätzliche Mitarbeiter zu engagieren.

Quelle: BDU

Personalberater müssen mit hohen Umsatzschwankungen zu leben lernen

Damit kommt die Personalberater-Branche deutlich schneller aus der Krise als nach dem Platzen der Neweconomy-Blase zu Beginn des Jahrtausends, als der Umsatz in drei aufeinander folgenden Jahren um insgesamt 47,4 Prozent einknickte.

Die starken Umsatzschwankungen dürften auch in Zukunft eine Herausforderung für die Unternehmen darstellen: “Während in den 80er und 90er Jahren das stetige und teils hohe Wachstum gemanagt werden musste, war das erste Jahrzehnt des neuen Jahrtausends davon geprägt, die unternehmerische Entwicklung angesichts starker Konjunkturschwankungen mit hohen Verlusten und hohen Gewinnen schnell und geschickt anzupassen.”

Internet und soziale Netzwerke werden immer wichtiger

Bei der Kandidatensuche spielen das Internet und besonders die sozialen Netzwerke eine immer größere Rolle. Während über diese Suchmethode in 2009 lediglich 2,9 Prozent der Positionen vermittelt wurden, waren es in 2010 bereits 7,8 Prozent.

Den größten Anteil an der Personalsuche hat mit 46,5 Prozent nach wie vor die reine Direktsuche. Auf Platz zwei folgt mit 20 Prozent die Kombination aus Direktsuche, Anzeigenschaltung und Datenbank- sowie Internetrecherche. Das Schalten von Zeitungsanzeigen verliert indes weiter an Bedeutung. Der Anteil dieser Suchmethode sank von 6,5 Prozent in 2009 auf 4,7 Prozent in 2009.

25 Prozent eines Jahresgehaltes kassieren Headhunter

Laut der Umfrage beträgt das durchschnittliche Honorar für eine Vermittlung 25 Prozent des Zieleinkommens. Als zentrales Vergütungsmodell dominiert dabei weiterhin die sogenannte “Drittelregelung”, wonach jeweils ein Drittel des Honorars bei Suchauftrag, Präsentation eines Kandidaten sowie bei Unterzeichnung des Arbeitsvertrages fällig werden. Mehr als 85 Prozent der vermittelten Kandidaten kassierten ein Jahresgehalt von mindestens 75.000 Euro.

Allerdings wächst seitens der Klienten der Druck, flexiblere Vergütungslösungen anzubieten. Dies konstatierten immerhin 82 Prozent der Umfrageteilnehmer.

Dabei werden Suchaufträge zunehmen kurzfristig erteilt. “Offensichtlich stehen manche Unternehmen so sehr unter Wettbewerbsdruck, so dass strategische Personalentscheidungen nicht immer optimal vorbereitet werden”, heißt es in der BDU-Umfrage.

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