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Mit mehr Risiko-Disziplin will Deutsche Bank 2011 Rekordgewinn erzielen

Die Deutsche Bank sieht den Löwenanteil der Gewinne auch künftig aus dem Investmentbanking kommen. Von den 10 Mrd. Euro operativen Gewinn vor Steuern im Jahre 2011 sollen nach den Planungen des Geldhauses rund drei Viertel aus den risikoreichen Sparten kommen.

Voraussetzung sind freilich wie zuletzt höhere Gewinnmargen als vor der Finanzkrise (durch die Pleite von Lehman Brothers und dem Rückzug von Konkurrenten aus dem Investmentbanking) – und eine nicht näher bezeichnete “neue Risiko- und Bilanz-Disziplin”. Außerdem geht die Deutsche Bank von steigenden Zinsen ab dem zweiten Halbjahr 2010 aus. Im Klartext: Nur wenn die Notenbanken den Preis für Geld wieder verteuern, können die Margen im klassischen Bankgeschäft, der Kreditvergabe, wieder steigen.

Den Rest will die Deutsche Bank im Geschäft mit Privat- und Geschäftskunden sowie der Vermögensverwaltung verdienen. Demnach machen Geschäftsbereiche wie Global Transaction Banking, Asset and Wealth Management sowie Private and Business Clients mit jeweils 1,0 Mrd. Euro bis maximal 1,5 Mrd. Euro einen vergleichsweise kleinen Teil der anvisierten Vorsteuergewinne im Jahr 2011 aus. Die Cost-Income-Ratio sieht die Bank bis 2011 bei rund 65%. Derzeit stehen jedem Euro Ertrag noch Kosten von 70 Cents gegenüber.

Das geht aus einer am Montag anlässlich einer Investorenkonferenz veröffentlichten Präsentation hervor.

Das Institut will außerdem an seinen Vergütungsstrukturen festhalten. Die Deutsche Bank setze weiter auf leistungsabhängige und marktbasierte Bezahlungen, sagte Ackermann. “Das ist unsere DNA.” Grundsätzlich seien Prämien für Banker eine wichtige Stellschraube, um auch in der Zukunft erfolgreich zu wirtschaften. “Wir wollen auch in den nächsten Jahren die besten Leute bekommen”, sagte Ackermann.

Die Frankfurter Großbank gehört zu den Instituten, die am besten durch die Krise gekommen sind und schreibt vor allem dank ihres florierenden Investmentbankings schon wieder hohe Gewinne. In den ersten neun Monaten des Jahres haben die Frankfurter vor Steuern bereits gut 4,4 Mrd. Euro vor Steuern verdient.

Allerdings hatte Bankchef Josef Ackermann jüngst wiederholt vor der steigenden Gefahr fauler Kredite gewarnt. Das neue Gewinnziel stellte er ausdrücklich unter den Vorbehalt, dass sich die Lage in der Wirtschaft normalisiert und keine weiteren Abschreibungen drohen.

Experten bleiben skeptisch. “Kein Stratege glaubt ernsthaft, dass eine Prognose bei diesen Unsicherheiten über zwei Jahre machbar ist”, sagte ein Händler zu Dow Jones.

Große Hoffnungen setzt die Deutsche Bank auf Asien. Die Nettoeinnahmen aus Asien ohne Japan sollen bis 2011 auf rund 4,0 Mrd. Euro nahezu verdoppeln. Länder wie China und Indien, auf die auch die Deutsche Bank setzt, gelten als Wachstumsregionen der Zukunft. 2017 will das Unternehmen ein Viertel seiner Erträge in Fernost erwirtschaften – gegenwärtig sind es 11 Prozent. Im Gegenzug soll der Anteil Europas von derzeit 63 auf 37 Prozent sinken.

Aber auch auf dem Heimatmarkt will der DAX-Konzern weiter expandieren. Mit Hilfe der jüngsten Akquisitionen wie die Privatbank Sal. Oppenheim und die Beteiligung an der Privatkundenbank Postbank will die Deutsche Bank zudem das Risiko senken.

Aktuell hält die Bank knapp 30 Prozent an der Postbank. Wenn sie diese Schwelle überschreitet, muss die Bank den freien Aktionären ein Pflichtangebot machen. Im Jahr 2012 erhält die Bank aufgrund einer Vereinbarung mit der Deutschen Post automatisch die Mehrheit.

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