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Münchener und Hannover Rück gewinnen – Swiss Re verliert

Die Rückversicherer bekommen die weltweite Wirtschaftskrise zu spüren. Allein beim Marktführer Münchener Rück haben sich im ersten Halbjahr die Belastungen aus Großschäden im Kredit- und Kautionsrückversicherungsgeschäft auf mehr als 200 Mio. Euro verzehnfacht. Im Gegenzug profitieren die Rückversicherer bisher von einem Jahr mit geringen Schäden aus Naturkatastrophen.

Die Münchener Rück sieht sich jedenfalls zurück auf dem Weg zu alter Ertragsstärke. Im ersten Halbjahr dürfte sich der Konzern mit einem Milliardengewinn weiter vom Erzrivalen Swiss Re abgesetzt haben, der heute berichtet. “Wir sind durch die letzten zwei Krisenjahre überraschungsfrei gekommen”, sagte Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard. Die Eigenkapital-Ausstattung sei “über jeden Zweifel erhaben”. Der Rückversicherungskonzern denkt sogar darüber nach, sein ausgesetztes Aktienrückkauf-Programm wieder aufzunehmen.

Die Branche profitiert derzeit zwar insgesamt vom steigenden Rückversicherungsbedarf der Erstversicherer. Die Branchengrößen stehen aber sehr unterschiedlich da. Die Nummer zwei der Branche, Swiss Re, schloss das zweite Quartal überraschend mit einem Verlust von 381 Mio. Franken (250 Mio. Euro) nach einem Gewinn von 564 Mio. Franken im Vorjahreszeitraum ab.

Der Konzern verbuchte erneut gut 2,1 Milliarden Franken Bewertungsverluste auf Unternehmensanleihen und Wertberichtigungen vorwiegend auf verbriefte Produkte. Dies zehrte die Erträge aus dem operativen Geschäft auf, wie Swiss Re am Mittwoch mitteilte.

Swiss Re war 2008 tief in die roten Zahlen gerutscht, weil sich der Konzern mit neuartigen Finanzprodukten verspekuliert hatte, und musste sich vom US-Investor Warren Buffett frisches Kapital besorgen. Die Unternehmensführung wurde ausgewechselt und der neue Konzernchef Stefan Lippe rief zur Rückbesinnung auf das angestammte Rückversicherungsgeschäft auf.

Lippe zeigte sich trotz des Verlusts im zweiten Quartal zuversichtlich, dass der Konzern seine Ziele erreichen wird. 2009 dürften die Kosteneinsparungen 150 Millionen Franken übersteigen und damit über Plan liegen. Bis Ende 2010 strebt Swiss Re Kosteneinsparungen von 400 Millionen Franken an.

Hannover Rück, die Nummer vier weltweit, hat die Erwartungen der Experten mit einer knappen Verdopplung seines Ergebnis auf 294 Mio. Euro übertroffen.

Der Rückversicherer verhandelt über die Übernahme mehrerer “substanzieller” Lebens-Rückversicherungsportfolien. Finanzvorstand Roland Vogel sagte, bis Jahresende solle die Übernahme von drei Portfolien abgeschlossen sein. Erst vor rund einem halben Jahr hatte sich der DAX-Konzern mit dem Kauf des Einzellebens-Rückversicherungsportfolios der ING Groep verstärkt.

In der abgelaufenen Erneuerungsrunde zum 1. Juli habe der Konzern im Durchschnitt Preiserhöhungen um 4% bis 8% durchsetzen können, sagte Vogel. Jedoch seien die Verbesserungen in den einzelnen Bereichen sehr unterschiedlich gewesen. Für 2010 rechnet er mit einem “insgesamt stabilen Prämienniveau”.

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