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Nach der Postbankübernahme: Beginnt jetzt das große Zittern bei den Mitarbeitern?

Es ist vollbracht. Ende letzte Woche verkündete die Deutsche Bank die Übernahme der Postbank. Demnach wurden dem deutschen Branchenprimus mindestens 21,48 Prozent des Aktienkapitals angedient, womit das Institut die Mehrheit an der Postbank übernehmen könne. Bevor das US-Kartellamt grünes Licht für die Transaktion gibt, wird die Deutsche Bank einen Teil der Aktien bei der französischen Großbank BNP Paribas parken.

Über den Erfolg jubelte unterdessen Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann: “Wir freuen uns darüber, dass die Mehrheit der freien Aktionäre der Postbank unser Übernahmeangebot angenommen hat. Deutsche Bank und Postbank werden nun ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen. Die angestrebte Konsolidierung der Postbank werden wir wie vorgesehen noch in diesem Jahr umsetzen.”

Doch bei den Mitarbeitern dürfte nicht überall ungeteilte Freude herrschen. Schließlich sind entsprechende Transaktionen oftmals mit empfindlichen Stellenstreichungen verbunden. So baut die Commerzbank nach der Übernahme der Dresdner Bank konzernweit 9000 Stellen ab. Laut der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fürchten Gewerkschafter bereits auch bei Deutscher Bank und Postbank einen Abbau von 7000 Stellen.

Derartigen Befürchtungen ist Privatkundenvorstand Rainer Neske hingegen in einem Interview mit der Zeitung entgegengetreten: “Wir brauchen engagierte Mitarbeiter. Und wir werden jede Veränderung sehr offen, sehr transparent mit den Sozialpartnern besprechen. Jede Aussage zu einem Stellenabbau ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt unseriös.”

In dem gleichen Interview bezifferte Neske indes die Synergien auf eine Milliarde Euro, wovon der Hauptteil auf die IT-Infrastruktur entfalle. So solle die Kernbankensoftware im erweiterten Konzern auf einer Plattform vereint werden. Wie dies Einsparungen ohne einen Stellenabbau ergeben soll, blieb unbeantwortet.

Entsprechende Befürchtungen hatte die Deutsche Bank übrigens selbst in ihrem Angebot an die freien Aktionäre im Oktober genährt. “Wie bereits erwähnt, beabsichtigt der Bieter, im Zusammenwirken mit der Postbank Synergien zu realisieren. Ohne dass hierzu schon konkrete und detaillierte Planungen vorliegen, ist zu erwarten, dass in diesem Zusammenhang auch Personalreduzierungen – voraussichtlich auf beiden Seiten – stattfinden werden”, hieß es in dem Dokument.

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