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Leitender Aktienderivatehändler bei einer internationalen Großbank in London: Was bin ich wert?

Die jüngsten Horrorgeschichten über den unregulierten und schwer nachvollziehbaren Derivatehandel sowie das damit einhergehende Risiko für die Stabilität der globalen Finanzmärkte konnte die Aktivität in dieser komplexen, aber hochprofitablen Branche nicht schmälern. Allerdings ist, wenn man jenen, die den Markt genau beobachten, Glauben schenkt, ein neuer Trend zu erkennen: Um die Gewinne zu maximieren begeben sich die Händler auf die Suche nach immer komplexeren und undurchsichtigeren hybriden Produkten sowie noch gewiefteren Strategien.

“Der Markt für Aktienderivate ist weltweit immer noch eine der heißesten Märkte sowohl im außerbörslichen als auch im börslichen Handel. Außerdem wird er noch von einer wachsenden Nachfrage nach strukturierten Produkten bei Privatinvestoren angetrieben”, meint Richard Fraser von RJF Global Search. Patrick Burford, Leiter des Aktienderivatehandels bei Napier Scott, sieht das ähnlich und glaubt, dass die momentane Suche nach neuen Produkten und Märkten eine Rekrutierungswelle angeschoben habe: “Die Nachfrage nach Experten für strukturierte Produkte ist außerordentlich, ganz besonders auf dem französischen und auf dem deutschen Markt. Zeitgleich sind die Kunden auch an einer Ausweitung der strukturierten Produkte auf den skandinavischen Raum interessiert”, erzählt Burford.

Aber auch Händler, die sich gut auf dem Schweizer sowie dem Benelux-Markt auskennen, stehen hoch im Kurs. Nichts destoTrotz hat der größte Beschäftigungszuwachs unter jenen Händlern stattgefunden, die auf der einen Seite eine hervorragende Marktkenntnis, einen erstklassigen Track Record sowie gute Beziehungen nachgewiesen haben und auf der andere Seite auch komplexe Informationen schnell und präzise aufarbeiten können. Daher ist auch die Fähigkeit, die Bedürfnisse und die Bedenken der Kunden zu erkennen, enorm wichtig. Obwohl das Jahr 2004 ein gutes Jahr war, lag das Aktienvolumen nur auf dem Niveau des Vorjahres. Um diese Volatilität aufzufangen, hat sich daher die Nachfrage in Richtung höher bewerteter innovativer strukturierter Produkten bewegt.

“Insbesondere in den Bereichen institutioneller Handel, Privatkundenhandel und Aktienderivate für Unternehmen wird neu eingestellt. Die Neueinstellungen werden vor allen Dingen durch das langfristige Potenzial in diesen Segmenten angetrieben.”, glaubt Fraser.

Es stellt sich die Frage, wie viel ein erstklassiger Aktienderivatehändler wert ist. Headhunter glauben, dass die Gehälter von Händlern, die über einen Track Record im Bereich komplexer und hybrider Produkte verfügen, gerade von den großen Häusern in die Höhe getrieben worden sind. Die großen Player wie Societé Générale, Goldman Sachs, BNP-Paribas, JP Morgan, Deutsche Bank und Merrill Lynch zögern nicht, für die richtigen Händler Spitzengehälter zu zahlen. Wie hoch fallen diese Spitzensätze aus? Burford meint, dass ein leitender Verkäufer oder Markthändler mit sechs oder mehr Jahren Berufserfahrung mit einem Gesamtgehalt zwischen 300.000 und 400.000 britischen Pfund (445.000 bis 594.000 Euro) rechnen kann.

Fraser ist sogar noch optimistischer und setzt das Grundgehalt zwischen 90.000 und 125.000 britischen Pfund (133.000 bis 185.000 Euro) an. Die zusätzlich gezahlten Prämien rangieren bei ihm in Bereichen bis zu 500 Prozent. Die gute Nachricht für all jene, die über diese Qualifikationen verfügen: Immer mehr Häuser schwenken auf diesen Gehaltskurs ein. Zu denen, die ihre Teams ausbauen wollen, gehören Barclays Capital, Nomura International und die Royal Bank of Scotland. Kurz- bis mittelfristig wird die Nachfrage nach hoch qualifizierten Händlern das Angebot übersteigen. Das bedeutet, dass leitende Aktienderivatehändler sich schon heute auf telefonnummerartige Gehaltssummen freuen dürfen.

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