☰ Menu eFinancialCareers

Brief eines ehemaligen Deutsch-Bankers an die Aktionäre

Die meisten Menschen sehen die Banken als Opfer der Finanzkrise und “Subprime-Krise” und tun so, als sei der Sektor von einem Wirbelsturm heimgesucht worden. Tatsächlich sind Menschen aus Fleisch und Blut für die Milliardenverluste verantwortlich, schreibt Deepak Moorjani, Ex-Wertpapierhändler der Deutschen Bank in New York in einem Blog.

Moorjani spricht deshalb von einem “Management-Debakel” – das Resultat von zu hohem Risko, mangelhaften Anreizen und fehlenden Kontrollen. “Meiner Meinung nach haben wir zu viel riskiert, beim Risikomanagement versagt und zu viele Gesetze und Vorschriften gebrochen.”

Die meisten Kollegen seien fleißige, anständige Menschen, schreibt der Händler Ende März in einem Kommentar für die New York Times, der inzwischen aus nicht näher bezeichneten Gründen “offline” ist.

Doch das in Investmentbanking verbreitete Anreizystem verleite die Menschen dazu, zu hohe Risiken einzugehen. Er habe ehrliche Leute gesehen, die sich in dieser Cowboy-Kultur verlaufen hätten, denn mehr Risiko bedeutete auch höheres Einkommen. Bizarrerweise war dieses Risiko mit keinen Verbindlichkeiten verbunden – und weil das System auf dem Geld anderer Leute fußte, Verluste aus schlechten Geschäften so absorbiert wurden.

Ich finde, Aktionäre und Steuerzahler sollten wütend sein. Schließlich habe das Management der Deutschen Bank das “Moral-Hazard”-Konzept regelrecht ausgeweidet, in dem es systematisch ein Gehaltssystem eingeführt hat, bei dem das Eingehen von exzessiven Risiken trotz der langfristigen Folgen belohnt wurde.

Kommentare (0)

Comments

Ihr Kommentar wird gerade geprüft. Nach erfolgreicher Prüfung wird es live gestellt.

Antworten

Pseudonym

E-Mail

Alle Informationen zu unseren Community-Richtlinien finden Sie hier