Luxemburger Weltmeister im Arbeiten

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Nirgendwo im Finanzsektor wird so viel gearbeitet wie in Luxemburg. Sehr zum Leidwesen der Arbeitnehmervertreter.

Eine aktuelle weltweite Untersuchung der internationalen Personalberatung Robert Half Finance & Accounting unter Managern im Finanzbereich ergab: Niemand arbeitet so viel wie die Finanzprofis im kleinen Luxemburg.

47,6 Stunden dauert demnach eine durchschnittliche Arbeitswoche im Ländchen. Rund ein Viertel der Befragten gaben an, dass sich ihre Wochenarbeitszeit in den letzten 2 Jahren um 5 bis 10 Stunden verlängert hat. Demnach liegen die Angestellten im Luxemburger Finanzwesen noch vor den Japanern (47,1 Stunden) und den Iren (45,8 Stunden). Wesentlich größer ist die Differenz zu den Kollegen in Frankreich, die rund 40 Stunden arbeiten, und erst recht zu den Schweizern, die es im Schnitt lediglich auf 36,4 Stunden bringen.

Damit schenken die Luxemburger ihren Arbeitgebern pro Jahr 364 Stunden - auf Basis der tarifvertraglich eigentlich geregelten Arbeitszeit - das sind 45 Tage Arbeitszeit im Jahr. Dies hat bereits die Luxemburger Gewerkschaften auf den Plan gerufen. Die LCGB-SESF und die OGBL-SBA werfen den Arbeitgebern im Lande vor, gegen die Tarifverträge zu verstoßen, die eigentlich Überstunden einer strengen Kontrolle und vor allem einer vorherigen Genehmigung durch staatliche Stellen bedürfen.

Völlige Flexibilität

Die Gewerkschafter befürchten, dass die Arbeitgeber im Luxemburger Finanzwesen die 40-Stunden-Woche zugunsten einer völligen Flexibilität der Arbeitszeit und einer Normalisierung der Wochenend-Arbeit abschaffen wollen.

Denn gemäß der Robert-Half-Studie sind 35% der Luxemburger auch abends beruflich erreichbar, sei es per Telefon oder per elektronische Medien. Knapp die Hälfte der befragten Finanzmanager arbeitet gelegentlich am Wochenende, 24% sogar regelmäßig ein Wochenende im Monat; 6% arbeiten heute bereits jedes Wochenende.

"Die Hauptgründe für die zunehmende Mehrarbeit der Angestellten im Finanzbereich sind die Globalisierung der Arbeitswelt und die zunehmende Technisierung der Kommunikation", erklärt Alex Burton, Country Manager Luxemburg für Robert Half. "Der traditionelle Arbeitstag "from nine to five" ist reine Fiktion geworden. Doch dank tragbarer und drahtloser Kommunikation und dank der Optimierung der Technologien ist es den Arbeitnehmern leichter möglich, ihre Arbeitszeit flexibler zu gestalten und so das Gleichgewicht zwischen Beruf und Privatleben zu erhöhen."

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