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Das große Bankensterben: Wieso die Zahl der potenziellen Arbeitgeber weiter fallen wird

Die Zahl der Banken und damit die Summe der potenziellen Arbeitgeber nimmt rasant ab. Nach einer Erhebung der Europäischen Zentralbank (EZB) existierten Anfang 2011 noch 7865 Banken innerhalb der Eurozone, was 20,2 Prozent oder 1991 Institute weniger sind als am 1. Januar 1999. In Deutschland stürzte die Zahl sogar um 39,1 Prozent auf nur noch 1999 Institute ab.

Dabei erscheinen die Zahlen weniger dramatisch als sie tatsächlich sind. Denn seither vergrößerte sich die Eurozone um Griechenland (2001), Slowenien (2007), Zypern (2008), Malta (2008), Slowakei (2009) und zuletzt Estland (2011) und mit ihnen traten auch jeweils neue Banken in die Eurozone ein.

Allein durch den jüngsten Beitritt des winzigen Estlands kamen 37 weitere Banken in der Eurozone hinzu. Dennoch nahm allein in 2010 die Zahl der Finanzinstitute um 271 oder um 2,6 Prozent ab.

Nur in Irland wuchs die Zahl der Banken

Die Entwicklung vollzog sich indes laut der EZB von Land zu Land recht unterschiedlich. Entgegen dem Trend stieg beispielsweise die Zahl der Banken in den zurückliegenden zwölf Jahren in Irland um stolze 600 Institute, wofür die Iren indes mit ihrer Staatspleite einen hohen Preis zahlen mussten. Dagegen purzelte die Zahl in in den Niederlanden (-55,1 Prozent), Deutschland (-39,1 Prozent) und Frankreich (-37,8 Prozent).

In dieser Zeitspanne verschwanden in Deutschland so klingende Namen wie die Dresdner Bank oder Sal. Oppenheim und mit ihnen Tausende von Jobs. Beispielsweise fallen bei der Commerzbank nach der Übernahme der Dresdner Bank allein 9000 Stellen weg.

Kleiner Trost: In Großbritannien gibt es wenige Banken, aber viele Arbeitsplätze

Ein Ende des Bankensterbens ist auch in Deutschland nicht absehbar. So steht für 2011 ein Einstieg in die Konsolidierung des Landesbankensektors an, der voraussichtlich mehrere Institute zum Opfer fallen werden. Auch die Zukunft der vollverstaatlichten HRE ist mehr als fraglich.

Allerdings muss eine Verringerung von Banken nicht nur von Nachteil sein, wie das Beispiel Großbritannien belegt. Unter den Nichteurostaaten gibt es die meisten Banken mit 710 Instituten ausgerechnet in dem vergleichsweise überschaubaren Polen. Dagegen zählte Großbritannien gerade einmal 407 Institute, obgleich das Inselreich auch weiterhin das mit Abstand größte Finanzzentrum Europas bleibt.

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