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Rätselraten um neuen Citibank-Chef in Deutschland

Nach dem Verkauf des Privatkundengeschäfts der Citibank Deutschland an die französische Genossenschaftsbank Credit Mutuel stellt sich die Frage, wer künftig die Geschäfte bei dem in Düsseldorf ansässigen Institut führen wird. Die letzte Citibank-Vorstandsvorsitzende, Susan Harnett, war im November 2007 nach dreieinhalb Jahren an der Spitze in die New Yorker Konzernzentrale der Muttergesellschaft Citigroup zurückgekehrt. Seitdem war der Posten vakant.

Nach Ansicht von Friedrich Wilhelm Graf Pfeil, Senior Client Partner bei Korn Ferry in Frankfurt gibt es gute Gründe, die sowohl für einen deutschen als auch für einen französischen Bankmanager sprechen. Ein Einheimischer kenne sich natürlich besser mit dem deutschen Markt und den regionalen Gepflogenheiten aus, so Pfeil. Andererseits könne ein französischer Geschäftsführer vermutlich schneller dabei helfen, bestimmte Abläufe und Prozesse der besonders kostengünstig wirtschaftenden Citibank auf das Privatkundengeschäft von Credit Mutuel in Frankreich zu übertragen. Die Personalfrage wird seitens Credit Mutuel aber auch daran gestellt werden müssen, ob die für 4,9 Mrd. Euro übernommene Citibank Privatkunden AG lediglich ein Investment oder ein integraler Bestandteil der Bank werden soll.

Traditionell wurden die Auslandstöchter französischer Institute zwar von Franzosen geführt, jedoch seien erste Häuser inzwischen dazu übergegangen, international ausgebildete Manager mit deutschem Pass mit der Führung der Gesellschaften zu betrauen, hat Pfeil beobachtet. So wird BNP Paribas in Deutschland seit 2005 von Joachim von Schorlemer geführt, dem früheren Co-Head Investmentbanking bei Credit Suisse. Die Investmentbank Calyon wiederum wird von Sylvia Seignette gemanagt, die zuvor bei JP Morgan und Bank of America als Investmentbankerin gearbeitet hat.

Sollte Credit Mutuel einen Headhunter mit der Suche nach einem geeigneten Kandidaten beauftragen, sei es gut möglich, dass mehrere Recruitmentgesellschaften zu einem “Beauty Contest” antreten müssen, so Pfeil weiter. In der Branche ist es inzwischen üblich, dass die Recruitmentgesellschaften mit konkreten Namensvorschlägen zu diesem Schönheitswettbewerb erscheinen.

Sollte sich das französische Institut für eine deutsche Führungskraft entscheiden, ist die Kandidatenauswahl nach Ansicht von Pfeil von vornherein überschaubar. “Deutschlandweit gibt es lediglich eine begrenzte Zahl an Bankern, die über ausreichend Führungserfahrung im Privatkundengeschäft auf nationaler Ebene verfügen”, so der Recruitmentexperte.

Was meinen Sie? Sollten die Franzosen einen eigenen Manager nach Düsseldorf in die Citibank-Zentrale schicken? Oder sollte statt dessen ein deutscher Retailbanker die Übernahme managen?

Kommentare (1)

Comments
  1. Ein Deutscher natürlich …

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