Postbank will bis 2012 rund 2.000 Stellen in der Verwaltung streichen

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Die Postbank will in den nächsten drei Jahren rund 2.000 Arbeitsplätze abbauen. Mit einem Sparprogramm rüstet sich Deutschland größte Privatkundenbank für die Zeit nach der Finanzkrise - und für die spätestens im Jahr 2012 anstehende Übernahme durch die Deutsche Bank.

Bis dahin soll fast jede zehnte der rund 21.000 Stellen wegfallen, die meisten davon in der Verwaltung, was die Kosten um 145 Mio. Euro im Jahr drücke, teilte die Deutsche Postbank am Mittwoch mit. Nur damit lasse sich die angepeilte Eigenkapitalrendite von 13 Prozent nach Steuern "auch in einem veränderten Wettbewerbsumfeld" nach der Krise erreichen. Bisher hatte die Postbank eine Spanne von 13 bis 15 Prozent genannt.

Pro Jahr verlassen rund 500 Mitarbeiter die Bank freiwillig. In den Filialen sollen keine Arbeitsplätze gestrichen werden. Die Gewerkschaft Verdi verurteilte die Pläne der Postbank. "Wir sehen noch erheblichen Gesprächsbedarf mit allen Gremien", sagte die Sprecherin des Verdi-Bundesvorstands, Cornelia Haß. Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat der Postbank seien nicht über das Vorhaben informiert worden, so Haß weiter.

Operativ bleibt Vorstandschef Stefan Jütte bei dem Ziel, die Postbank auf ihr Kerngeschäft zurückzuführen. Das Institut solle als "Privatkundenbank für das Wesentliche" ausgerichtet werden, sagte er. Die Vielfalt der Produkte soll dazu um ein Viertel reduziert und "verständlicher gestaltet" werden. "Damit kehrt sie zurück zu ihren Wurzeln", sagte der Vorstandschef.

Mit den neuen Zielen macht sich die Postbank hübsch für die Übernahme durch die Deutsche Bank, die derzeit knapp 30 Prozent an ihr hält und durch Optionen und eine Umtauschanleihe bis 2012 auf die Mehrheit kommen kann.

Die Deutsche Bank kommt derzeit auf eine Kernkapitalquote von 11,7 Prozent und verfolgt das Ziel einer Eigenkapitalrendite von 25 Prozent - vor Steuern. Bei der Übernahme der Postbank müsste sie derzeit eine Verwässerung fürchten. Sie wollte sich am Mittwoch zur Strategie der Postbank nicht äußern.

Beim Stellenabbau setzt die Postbank auf natürliche Fluktuation. Im Jahr verlassen in der Regel 500 Mitarbeiter die Bank freiwillig. Für die Stellenstreichungen stellt die Postbank im laufenden Quartal zunächst 28 Mio. Euro zurück. Weitere Abschreibungen stünden noch nicht fest, sagte ein Sprecher.

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