Brexit-Countdown: Welche Auslandsbank schon eine deutsche Banklizenz besitzt und welche nicht

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Brexit

Fünf vor zwölf ist im Brexit längst durch (Foto: Getty Images)

In keinen vier Monaten wollen die Briten die EU verlassen. Da ist der rechte Zeitpunkt gekommen um zu prüfen, ob die Auslandsbanken ihre Hausaufgaben erledigt haben oder nicht. Denn alle Banken von außerhalb der EU brauchen ab dem 29. April eine Lizenz für die Rest-EU, wovon vor allem Banken aus Amerika, Asien und Großbritannien betroffen sind.

Eine Recherche in der Datenbank der BaFin ergibt, dass weitaus mehr Banken ihre Hausaufgaben erledigt haben als in den Medien nachzulesen war. So hat nicht nur die japanische Bank Nomura im Juni eine deutsche Wertpapierhandelslizenz erhalten, sondern auch der Rivale Daiwa Capital Markets im August. Sumitomo hat im Oktober eine Wertpapierhandelslizenz und im November sogar eine Vollbankenlizenz erworben. Auch die koreanische Bank Woori besitzt eine Vollbankenlizenz.

Doch auch bei den Amerikanern bewegt sich einiges, obwohl abgesehen von der Bank of America sämtliche großen US-Investmentbanken bereits vor dem Brexit-Referendum Banklizenzen in Deutschland besaßen. So hat beispielsweise Morgan Stanley neben ihrer bisherigen Tochtergesellschaft die Morgan Stanley Europe SE gegründet, die bereits seit dem Mai eine Wertpapierhandelslizenz besitzt. Offenbar wollen die Amerikaner hier künftig ihr europäisches Sales & Trading bündeln.

Etwas einfacher hat es sich Citi gemacht. Dort wurde einfach die Citigroup Global Markets Deutschland AG in Citigroup Global Markets Europe AG umbenannt. Künftig wird hier das europäische Sales & Trading-Geschäft angesiedelt sein, während das deutsche Kreditgeschäft auf die irische Tochter des Citi-Konzerns übertragen wurde.

Obgleich Goldman Sachs in Sachen Brexit den Ruf eines Vorreiters genießt, hinken die Goldmänner bei den rechtlichen Fragen ein wenig hinterher. Zwar hat die Goldman Sachs AG schon seit 1991 eine Banklizenz in Deutschland, doch ist in dieser Tochter nur das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen sowie den Aktien- und Anleiheemissionen, also die Investment Banking Division, angesiedelt. Dagegen wurde das Sales & Trading in der Vergangenheit unter dem Dach der britischen Goldman Sachs International betrieben. Dies soll künftig auf die Goldman Sachs Europe SE übertragen werden. Jene Tochtergesellschaft ist zwar bereits gegründet, eine Banklizenz besitzt sie nach der BaFin-Datenbank aber bisher nicht.

Auch Bei Standard Chartered fehlt die Lizenz noch. Die Bank hat jedoch erst vor wenigen Wochen gegenüber eFinancialCareers beteuert, eine solche Lizenz noch in Kürze zu erhalten. Die Gespräche mit der BaFin seien aber nicht abgeschlossen.

Die Daten in den Klammern bedeuten, wann die Bank eine Banklizenz erhalten hat. Falls sie nicht direkt als Wertpapierhandelsbanken gekennzeichnet werden, handelt es sich um eine allgemeine Banklizenz (CRR).

Wer schon eine Banklizenz in Deutschland hat…

(Sumitomo) SMBC Bank EU AG (9. November 2018)

(Sumitomo) SMBC Nikko Capital Markets Europe GmbH (19. Oktober 2018)

Woori Bank Europe GmbH (15. Oktober 2018)

Daiwa Capital Markets (Wertpapierhandelsbank, 30. August 2018)

Nomura Financial Products Europe GmbH (Wertpapierhandelsbank, 25. Mai 2018)

Morgan Stanley Europe SE (Wertpapierhandelsbank, 24. Mai 2018)

Bank Vontobel Europe AG (14. Januar 2009)

UBS Europe SE (25. Juni 1998)

Credit Suisse (Deutschland) AG (23. Dezember 1997)

Goldman Sachs AG (23. August 1991)

Morgan Stanley Bank Aktiengesellschaft (2. Dezember 1986)

Citigroup Global Markets Europe AG (8. September 1976)

J.P. Morgan AG (23. Mai 1973)

HSBC Trinkaus (10. Juli 1961)

… und wer (noch) nicht

Barclays

Lloyds Bank

Macquarie

Mizuho Bank

Standard Chartered

Wells Fargo

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